Deine Geschichte



Hier teilen Menschen ihre Geschichte auf dem Weg in ein veganes Leben


Angela D'Amico auf Facebook

Gerne teile ich meine Geschichte.


Im Grunde bin ich im Kopf immer vegan gewesen, leider wurde ich in eine Welt geboren, die es nicht ist. Man hat mich quasi „umerzogen“, und erst jetzt erkenne ich das Unrecht, das man mir damals angetan hat. Es war schon fast belästigend, mit welcher Beharrlichkeit meine Oma mich mit einem Glas Milch verfolgt hat. Ich habe wirklich geglaubt, mein Körper bräuchte das.

Klar habe ich, als ich älter wurde, Filme aus der Massentierhaltung gesehen – darum habe ich dann lieber zu Bio oder Wild gegriffen. Vor ca. 15 Jahren sah ich ein Plakat mit einem Rind, das sagte: „Mein Weg in den Tod ist die Hölle“. Zuhause fragte ich meinen damaligen Mann, ob wir es mal vegan versuchen möchten. Seine Reaktion war unmissverständlich und ließ keinen Raum für Argumente, also zog ich die Scheuklappen wieder auf. Das funktioniert sogar: Man betet sich vor, dass Pflanzen ja auch leben, und recherchiert einfach nicht weiter.


Vor zwei Jahren unterschrieb ich dann meine erste PETA-Petition und bekam im Anschluss Infomaterial zugesendet. In einer Broschüre waren alle Vorteile der veganen Lebensweise aufgeführt. Ich legte sie beiseite, atmete tief durch und schnappte mir meinen zweiten Ehemann (auch ein Fleischfan, aber gebildeter). Ich klärte ihn darüber auf, dass wir vegan werden müssen – er guckte anfangs recht verwirrt. Dann ging ich zu meinen erwachsenen Kindern und gab ihnen Bescheid: „Wir können so nicht weitermachen.“ Jeder bekam die Broschüre und wir sahen uns gemeinsam den Dokumentarfilm „Cowspiracy“ an. Meine Mutter stieg auch schnell mit ein.


So wurden wir vegan – quasi über Nacht. Es war viel leichter als vermutet. Wir verbrauchten noch, was da war, einiges habe ich auch verschenkt. Schon nach kurzer Zeit als Veganerin wurde mir übel von dem Leichengeruch. Wie konnte ich das je essen? Das macht man doch eigentlich wirklich nur in der allergrößten Not.


Später wollte ich mir den Film „Earthlings“ ansehen, brach aber nach 20 Minuten ab, da ich nur noch weinen musste. Der Prozess zur veganen Lebensweise ging damit aber eigentlich erst richtig los: Man lernt ständig dazu und erkennt die Welt, wie sie wirklich ist. Wer diesen Prozess durchlebt, kann nicht mehr zurück. Bekannte Menschen lernten wir völlig neu kennen; bei manchen führte es zum Kontaktabbruch, andere sind offen und interessiert.


Mein Fazit: Es ist die beste Entscheidung meines Lebens gewesen! Die Verdauung meiner Mutter hat sich stark verbessert, der schlimme Heuschnupfen meines Sohnes ist deutlich abgeschwächt und ich merke meine Arthrose kaum noch. Wir essen leckerer und vielfältiger als vorher und sind immer pappsatt. Teurer ist es nicht. Das schlechte Gewissen ist weg. Es hat wirklich nur Vorteile.


Sven Sikkema-D'Amico auf Facebook


Über 50 Jahre habe ich gegen meinen eigenen Instinkt gegessen.

Heute weiß ich: Mein größter Fehler war nicht, zu spät vegan zu werden – sondern es so lange nicht zu hinterfragen.

Wie aus einem Fleisch-Junkie mit Ekel vor „Grünzeug“ ein überzeugter Veganer wurde.

Warum mich ein veganes Schnitzel mehr schockiert hat als jede Klima-Grafik.

Weshalb Massentierhaltung unser Klima jetzt aufheizt – und wie Methan und Lachgas uns trotzdem noch eine letzte Chance lässt.


Hier ist meine Geschichte (My Way):

 

Über ein halbes Jahrhundert lang habe ich Veganismus abgelehnt – das ist das Einzige, was ich in meinem Leben wirklich bereue.

Als Kind hatte ich noch einen natürlichen Instinkt, wenn ich Tiere im Stall sah oder Pferde, auf denen Menschen sitzen und sie peitschen. Einmal hatte der Nachbar einen Schlachter auf dem Hof: Spätabends hing etwas Hautfarbenes, Großes im gleißenden Licht und wurde bearbeitet, und ich stand im Wohnzimmer im Dunkeln hinter dem Vorhang und verfolgte das mit Grausen.


Ich wuchs mit Lassie, Flipper, Black Beauty, Kimba und Maja im Fernsehen auf und hatte immer Haustiere. Ich wusste, dass Tiere Gefühle haben, Bedürfnisse nach Zuwendung, Nähe, Sicherheit, Belohnung, Lust und Freiheit.

Gleichzeitig war ich ein fürchterlicher Esser – das zog sich. Kurz gebratene Fleischlappen, Würste, Gehacktes, Pizza und Pasta: Das ging problemlos. Für alles andere gab es Ketchup, in dem ich Gemüse, Salat und alles andere ertränkte; Obst Fehlanzeige, Milch nur als dick angerührter Kakao.


Für meine Mutter, selbst ein Nachkriegskind, war das schwer mit anzusehen. Ein Highlight war es, wenn ich mit zum Metzger durfte und ein Stück Fleischwurst bekam. Mein Geschmackssinn wurde früh geprägt: guter Geschmack = Fleisch/Wurst, guter Biss = Wurst/Fleisch. Eine achtspurige Autobahn im Gehirn mit tiefen Fahrbahnrillen bahnte sich ihren Weg.

Als ich das erste Mal von „Vegetariern“ hörte, hatte ich eher Mitleid. Diese „armen Menschen“ wissen wohl gar nicht, was wirklich gut schmeckt. Für mich waren das Gesundheitsfanatiker mit zu empfindlichem Magen, Weicheier, Müsli-Freaks. Meine Meinung stand fest.


Was mich aber schon immer anekelte, waren „diese Sachen“ im Fleisch und in der Wurst: weiße Fettstreifen, Sehnen, Silberhaut, Knorpel und all die unübersichtlichen „Dinge“ im Geflügel. Wenn ich ein Hähnchen aß, sah der Teller aus wie ein Seziertisch – oder als wäre etwas explodiert. Fisch mit Gräten war ein Horrorgedanke, Leber ein Brechmittel. Ich kaute als Kind einmal extrem lange auf einer Ader herum und fand auch im Hühnerei „Unmögliches“.

Von der Jugend an bis ins junge Erwachsenenalter arbeitete ich nebenbei in der Systemgastronomie und verlor damit endgültig den Bezug zu der Tatsache, dass ich mit jedem Bissen meine kindliche Seele mit ihren ursprünglichen Empfindungen und Instinkten verschlang. DAMN!!


Das Aufkommen der ersten „Veganer“ fand ich belustigend – die wollen sich nur wichtigmachen, sind „speziell“ und kompensieren irgendwelche Defizite. Höchstens tolerierte ich „die“, kannte vielleicht einen persönlich. Jeder wusste: Er braucht mir „damit“ nicht zu kommen. Im Diskutieren und weismachen Wollen hatte bei mir sowieso keiner eine Chance. Und vorschreiben ließ ich mir schon mal gar nichts. (Darum kann ich jeden nachvollziehen, der spontan „angepisst“ auf vegane Beiträge reagiert.)


Meine neue Frau war innerlich längst weiter, wurde in ihrer ersten Ehe aber blockiert und war klug genug, keine weiteren Streitigkeiten zu provozieren. Sie fragte nur einmal nach einer veganen Ernährungsumstellung. Ich konnte mir das zunächst immer noch nicht vorstellen: Ich war kein Obst-, Gemüse- und Salat-Freak.

Es folgte noch eine kurze Phase mit Wildfleisch – erschossen von Menschen, die mir schon immer suspekt waren.


Tja – und dann kam DER Tag.

Ich aß wie immer mit großem Appetit mein Schnitzel, nahm noch eins, ließ es mir schmecken – ein ganz normales Mittagessen in der Arbeitspause zu Hause. Dann der HAMMER: Es war VEGAN! Ich glaubte es nicht, fühlte mich verarscht, KONNTE und WOLLTE es zunächst nicht glauben – und ging wieder zur Arbeit … Meine Frau bekam Kontakt zu PETA.

Dann wurde nachgelegt: Ich hatte es in meinem Leben immer nur an den Geschmacksnerven gehabt – nicht am Kopf. Aber wenn es mir schmeckt, ist der Zweck erfüllt – so einfach bin ich gestrickt. Der Rest ist ein Selbstläufer, Widerstand zwecklos: Es schmeckt ja.

Ich habe die Augen geöffnet, meinen Instinkt wiederbelebt und mir nicht länger im Weg gestanden.

Irgendwann fiel mein Blick auf eine Studie von Autoren aus Oxford, die den Klima-Effekt von Methan und Lachgas berechnet hatten. Da blieb kein Spielraum zum Interpretieren, es sind offen zugängliche Datenbanken, die jeder einsehen kann — der Rest ist nicht einmal Mathe, nur Rechnen.


Zwei Drittel der CO₂-Belastung, hervorgerufen durch Industrialisierung und Popularisierung der letzten Jahrzehnte, können noch in diesem Jahrhundert wettgemacht werden, wenn auf Massentierhaltung verzichtet wird — eine Perspektive, die mich genauso umgehauen hat wie die ganzen leckeren Sachen, die fortan immer vielfältiger und genialer auf dem Teller landeten.

Weil 1 Tonne Methan etwa 28 Tonnen CO₂-Erwärmungspotenzial entspricht und Lachgas sogar rund 270- bis 300-mal klimaschädlicher ist, kann in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Erwärmungsrate spürbar gebremst werden.

Methan baut sich gegenüber Kohlendioxid nämlich 20- bis 50-mal schneller ab, sodass gerade in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten ein großer Hebel liegt.


Da fiel mir der blaue Himmel ein, der während der Pandemiezeit von Kondensstreifen befreit war. Das ist zwar etwas anderes – aber: Was ist, wenn wir doch noch einen Hebel haben? Wenn es läuft wie in meiner Schulzeit, als ich meistens auf den letzten Drücker mit minimalem Einsatz den nächsten Level erreicht hatte? Was ist, wenn es all denen, die sich immerhin schon „Flexitarier“ nennen, genauso geht wie mir auf meinem Weg?


Sandra M. auf Facebook


Ich habe nie viel Fleisch gegessen und schon immer eine besondere Verbindung zu Tieren gefühlt. Als ich mit Mitte 20 übergangsweise in einem Bistro arbeitete, musste ich dort mit ansehen, wie viel Fleisch jeden Tag weggeworfen wurde. Das fand ich so grausam, dass ich dieses System nicht mehr unterstützen wollte. Ab da aß ich vegetarisch.

Ich engagierte mich in der Folge immer mehr im Tierschutz. Auf Käse konnte ich jedoch nicht verzichten – dachte ich zumindest. Das änderte sich, als ich im Urlaub auf einem Festival in Irland war, auf dem es veganes Essen gab. Ich war absolut begeistert davon und merkte, dass ich mit dieser Ernährung endlich mit einem rundum reinen Gewissen leben konnte.

Mittlerweile lebe ich seit 2012 vegan. Kein Tier soll für meine Kleidung, meine Ernährung und meinen Lebensstil leiden und sterben müssen. Ich respektiere und wertschätze jedes Lebewesen. Kein einziges hat es verdient, gequält zu werden. Seit diesem Schritt fühle ich mich sehr viel besser – sowohl körperlich als auch moralisch.

(Von Sandra M.)


Nathalie Muff auf Facebook


Wir haben immer Fleisch gegessen, und Tiere wie Hunde, Pferde und Schafe gerettet. Und irgendwann fiel mir diese absurde Handlung ins Auge, das absurde Denken von mir selbst. Also haben wir kein Fleisch mehr gegessen, und ich fing an zu lesen.

Also war klar, dass jede Form von tierischen Nahrungsmitteln völlig ungeeignet für uns ist. Also wurden wir Veganer.

Mein Mann wiegt 30kg weniger, ich 10kg mehr, aber ich benötige keine Medis mehr gegen Blutdruck oder Diabetes. Blutwerte sind top, wir sind nie krank, obwohl wir beruflich wie auch privat mit den Tieren auf dem Hof viel leisten müssen.

Was mich traurig macht? Dass ich erst mit 58 zu dieser Weisheit gelangte, ich hätte so viel Leid verhindern können.



Jeanine W-m auf Facebook


Ich habe schon lange an den VGT (Verein Gegen Tierfabriken in Österreich) gespendet und hatte auch schon immer Tiere aus dem Tierschutz. Tierische Produkte habe ich trotzdem weiterhin konsumiert, weil ich ja die „guten“ Bio- und Tierwohlprodukte gekauft habe.

So richtig mit dem Thema habe ich mich erst durch die Militante Veganerin beschäftigt. Aufmerksam wurde ich auf sie durch das TV-Format „Forsthaus Rampensau“. Ich habe ihre Instagram-Seite durchstöbert und bin dann auf den Dokumentarfilm „Dominion“ gestoßen. Dieser Film hat mich extrem mitgenommen, da man hier die ungefilterte Wahrheit zu sehen bekommt. Mein Mann hat sich den Film ebenfalls angeschaut, und wir wussten sofort, dass wir dieses System nicht mehr unterstützen wollen.

Mein Mann wurde sofort vegan. Ich habe noch vier Tage vegetarisch gelebt und mich dann auch entschieden, komplett vegan zu leben. Es geht uns so viel besser, seit wir keine tierischen Produkte mehr konsumieren. Mein Mann ist seine Gicht los und auch meine Darmentzündung ist viel besser geworden.


Dank der Aufklärung von Raffaela (der Militanten Veganerin) und Tobi kommen wir zudem super mit der Nährstoffaufnahme klar.


Birgit Hartmann auf Facebook


„Der Tag, an dem mein Herz aufwachte“

Ich war mir sicher, ein tierlieber Mensch zu sein. Ich lebte schon lange vegetarisch, fühlte mich sehr gut dabei und dachte, ich hätte meinen Teil getan. Hinter die Kulissen der Milch- und Eierindustrie schaute ich nicht, ich kaufte ja schließlich „Bio“ – was sollte da schon Grausames passieren?

Doch dann kam dieser Abend.

Ich hatte von der Dokumentation „Dominion“ gehört und beschloss, sie mir anzusehen. Ich war nicht vorbereitet. Schon nach wenigen Minuten überkam mich ein Gefühl der Fassungslosigkeit. Es waren keine Einzelfälle, sondern gezeigt wurde das grausame Standardverfahren. Ich sah in die Augen von gepeinigten Tieren, die wie leblose Kartoffelsäcke behandelt wurden – Augen von traumatisierten, eingepferchten, misshandelten Tieren.

Als ich ihre Schreie hörte, wurde mir eiskalt. Meine Augen füllten sich mit Tränen, ich schämte mich dafür, ein Mensch zu sein. Ich habe den Film nicht zu Ende geschafft. Die Bilder haben sich in meine Seele gebrannt, ich werde sie nie wieder vergessen.

Der Moment, als ich den Film abschaltete, war der Moment, in dem etwas in mir zusammenbrach und sich gleichzeitig etwas Neues aufbaute. Ich fühlte eine tiefe Trauer, aber auch eine absolute Klarheit, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte. Es war nicht unbedingt eine Entscheidung des Verstandes, es war primär eine Entscheidung des Herzens: „Ich will nicht Teil dieses Leides sein, nicht einen Tag länger!“

Am nächsten Morgen wusste ich erst mal nicht, wie ich denn nun meinen Kaffee ohne Milch trinken sollte – mein Kühlschrank hatte sich ja nicht über Nacht verändert. Das ging dann aber sehr schnell: Ich kaufte mir eine Auswahl an rein pflanzlicher Milch und fand schnell meinen neuen Favoriten: Hafermilch.

Ich wurde also nicht langsam vegan, sondern in dem Moment, in dem ich die Verbindung zwischen meinem Konsum und dem Schmerz der Tiere verstanden hatte. „Dominion“ hat mich traumatisiert, aber auch befreit. Die Doku hat mir gezeigt, dass Tierliebe bedeutet, die Ausbeutung zu beenden, nicht nur zu reduzieren. Es war der schmerzhafteste, aber gleichzeitig auch der wichtigste Wendepunkt in meinem Leben.

Vom „Haustier“-Beschützer zur Verbündeten aller Tiere, egal ob mit Pfoten, Hufen oder Flügeln – meine Stimme haben sie, garantiert.


Martin Müllerheini auf Facebook


Ich habe es gewusst – und trotzdem jeden Tag verdrängt

Ich habe früher viel Fleisch gegessen. Nicht gelegentlich. Einfach immer. Und ich habe mir nie ernsthaft die Frage gestellt, warum. Oder doch – aber nur so kurz, dass ich sie direkt wieder wegschieben konnte. Zoos fand ich falsch, Walfang grausam, Pelz komplett daneben. Aber mein eigenes Essen? Das war für mich einfach normal. Ich habe nie wirklich verstanden – oder verstehen wollen –, warum das eine falsch ist und das andere jeden Tag auf meinem Teller liegt. Vielleicht kennst du diesen Gedanken: „So schlimm wird es schon nicht sein.“ Oder: „Darüber will ich jetzt nicht nachdenken.“ Genau da war ich auch.


Ich wollte raus – aber nicht wegen der Tiere

Der erste Impuls hatte nichts mit Mitgefühl zu tun. Ich hatte einfach keinen Bock mehr auf das System – Konsum, Abhängigkeit, dieses ständige Mitlaufen. Vegan zu werden war für mich kein moralischer Schritt, sondern eher ein Gedanke: Wenn ich schon etwas ändere, dann richtig. Ich habe eine Woche gefastet und danach einfach umgestellt. Ohne Plan. Ohne Wissen. Vielleicht kennst du das auch: diese eine Entscheidung, die sich stark anfühlt – einfach, weil sie konsequent ist.


Der Moment, der sich nicht mehr ausblenden ließ

Ein Arbeitskollege hat mir den Dokumentarfilm „Earthlings“ empfohlen. Ich dachte: Schau es dir halt an. Ich habe es keine 15 Minuten ausgehalten. Ich weiß noch genau, wie ich abschalten wollte – so wie immer. Vielleicht kennst du das: Man sieht etwas und merkt sofort, dass man es eigentlich nicht sehen will. Und genau deshalb klickt man weg. Diesmal ging es nicht. Weil ich plötzlich gemerkt habe, dass ich genau das die ganze Zeit gemacht habe: weggeschaut. Und dieser eine Gedanke war da: Du weißt es jetzt. Und du kannst nicht mehr so tun, als wüsstest du es nicht.


Ich war überzeugt – und habe mich selbst überschätzt

Ich habe dann einfach durchgezogen. Vier Jahre lang. Und ich war ehrlich gesagt kein einfacher Mensch im Umgang. Ich habe andere verurteilt und war mir sicher, dass ich es verstanden habe. Vielleicht kennst du das auch: wenn man etwas Neues entdeckt und plötzlich glaubt, alle anderen liegen falsch. Was ich nicht verstanden habe: dass mein Körper nicht nach Überzeugung funktioniert. Ich habe mich kaum mit Ernährung beschäftigt. Und irgendwann kam die Rechnung: weniger Kraft, Zittern, ständiges Frieren. Ich habe es gemerkt – aber ich habe es zu lange ignoriert.


Der Punkt, an dem ich zurück bin

Irgendwann ging es nicht mehr. Ich habe wieder Käse gegessen, dann Eier und später auch wieder Fleisch. Und mein Körper hat sofort reagiert. Die Beschwerden waren weg. Vielleicht kennst du genau diesen Moment: wenn etwas „funktioniert“ – auch wenn du weißt, dass es eigentlich nicht das ist, was du willst. Ich saß da und dachte: Okay… also ist das hier der einfache Weg. Und gleichzeitig: Aber das passt nicht mehr zu mir.


Ich konnte nicht mehr zurück – auch wenn es einfacher war

Das war kein großer Entschluss. Eher so ein leiser Gedanke, der nicht mehr weggegangen ist: Du weißt es jetzt. Und vielleicht kennst du das auch: wenn man etwas einmal verstanden hat und es danach nicht mehr „nicht wissen“ kann.


Also noch mal von vorne – diesmal bewusst

Ich habe noch mal neu angefangen. Diesmal nicht blind. Ich habe gelernt, wie Ernährung funktioniert, wie ich pflanzlich alles abdecken kann und warum Vitamin B12 notwendig ist. Ich habe aufgehört, einfach nur „vegan“ zu sein, und angefangen, es ernst zu nehmen.


Es ist nicht immer leicht – aber klar

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nie wieder Lust auf tierische Produkte habe. Manchmal stehe ich im Supermarkt und sehe Dinge, die ich früher gefeiert habe. Käsebratwurst ist so ein Punkt. Und vielleicht kennst du genau diesen Moment – dieses kurze Zögern. Früher hätte ich einfach zugegriffen. Heute kommt direkt der Gedanke: Du weißt, was das ist. Und das reicht.


Ich habe aufgehört, andere überzeugen zu wollen

Früher habe ich diskutiert. Heute nicht mehr. Vielleicht kennst du auch das Gefühl, dass Diskussionen selten etwas verändern, sondern eher Fronten härter machen. Also lasse ich es. Ich mache einfach mein Ding.


Heute ist es kein Thema mehr – sondern Teil von mir

Ich denke nicht mehr ständig darüber nach. Ich koche selbst, ich lebe bewusster. Nicht perfekt – aber ehrlich. Und vielleicht ist genau das der Punkt: nicht perfekt zu sein, sondern sich selbst nicht mehr auszuweichen.


Was vielleicht hängen bleibt

Ich glaube nicht, dass man Menschen überzeugen kann. Wenn es nicht von innen kommt, passiert nichts. Ich war selbst genauso. Aber ich glaube auch: Irgendwann funktioniert dieses Wegschauen nicht mehr. Vielleicht kennst du diesen Moment noch nicht. Oder vielleicht doch.


(Von Martin)


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