Wissen & Evidenz

Wissenschaft liefert Antworten – doch oft sind die Zusammenhänge komplex. In dieser Rubrik bereiten wir grundlegende Themen aus Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Forschung verständlich, nachvollziehbar und auf Basis der aktuellen Evidenz auf.


Wir erklären wissenschaftliche Grundlagen, ordnen häufige Missverständnisse ein und zeigen, wie Erkenntnisse entstehen, bewertet werden und warum sich wissenschaftliche Empfehlungen im Laufe der Zeit verändern können. Dabei geht es nicht nur um einzelne Studien oder Ergebnisse, sondern um das Verständnis der dahinterliegenden Zusammenhänge.


Unser Ziel ist es, komplexes Wissen verständlich zu vermitteln, ohne es unnötig zu vereinfachen. Denn wer wissenschaftliche Grundlagen versteht, kann Informationen besser einordnen, Behauptungen kritisch bewerten und fundierte Entscheidungen treffen.




Wenn prominente Veganer wieder Fleisch essen

Was wir aus dem Fall Miley Cyrus wirklich lernen können

Im September 2020 gingen die Schlagzeilen um die Welt:

„Miley Cyrus gibt Veganismus auf – ihr Gehirn funktionierte nicht mehr richtig.“

Für viele Menschen schien die Botschaft eindeutig: Selbst eine weltberühmte Sängerin wurde durch vegane Ernährung krank.

Doch ist die Geschichte wirklich so einfach?

Der Fall Miley Cyrus zeigt vor allem eines: Persönliche Erfahrungen, mediale Zuspitzung und wissenschaftliche Evidenz sind drei sehr unterschiedliche Dinge.


Der Fall Miley Cyrus

Miley Cyrus stellte ihre Ernährung etwa 2013 beziehungsweise 2014 vollständig auf pflanzlich um. In den folgenden Jahren setzte sie sich öffentlich für Tierrechte ein und sprach immer wieder über die Vorteile einer veganen Lebensweise.

2020 erklärte sie dann im Podcast The Joe Rogan Experience, sie habe bereits im Vorjahr wieder begonnen, Fisch zu essen. Als Grund nannte sie gesundheitliche Probleme. Sie habe unter „Brain Fog“, also einem Gefühl geistiger Benommenheit, gelitten und sich „mangelernährt“ gefühlt. Nach dem Verzehr von Fisch habe sie sich nach eigenen Angaben wieder geistig klarer und leistungsfähiger gefühlt.

Die Medien griffen diese Aussagen dankbar auf. Aus einer persönlichen Erfahrung wurde innerhalb weniger Tage eine globale Debatte über die Sicherheit veganer Ernährung.


Was wissen wir tatsächlich?

Erstaunlich wenig.

Bis heute wurden keine Blutwerte, keine Nährstoffprofile und keine medizinischen Befunde veröffentlicht, die die Ursache ihrer Beschwerden erklären könnten.

Wir wissen nicht,

  • ob tatsächlich ein Nährstoffmangel vorlag,
  • welche Supplemente verwendet wurden,
  • wie ihre Ernährung konkret aussah,
  • wie hoch ihre körperliche und psychische Belastung war,
  • ob andere gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielten.

Die öffentliche Begründung blieb rein symptomatisch:

„Ich fühlte mich schlecht und mir ging es besser, nachdem ich wieder Fisch gegessen hatte.“

Solche persönlichen Erfahrungen sind real und sollten nicht abgewertet werden. Wissenschaftlich erlauben sie jedoch keine Aussage darüber, ob eine Ernährungsweise grundsätzlich geeignet oder ungeeignet ist.


Könnte ein Omega-3-Mangel eine Rolle gespielt haben?

Ja. Das ist durchaus plausibel.

Miley Cyrus erklärte im Podcast, sie habe Avocados als wichtige Quelle gesunder Fette genutzt. Ernährungsfachleute kritisierten diese Aussage, da Avocados praktisch kein relevantes Omega-3 enthalten.

Für den menschlichen Organismus sind insbesondere die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA von Bedeutung. Der Körper kann sie aus der pflanzlichen Alpha-Linolensäure (ALA) selbst herstellen, die Umwandlung ist jedoch begrenzt und unterscheidet sich von Mensch zu Mensch erheblich.

Einige Menschen besitzen genetische Varianten, die die Umwandlung zusätzlich verschlechtern können. Ohne eine gezielte Zufuhr von EPA und DHA, beispielsweise über Mikroalgenöl, könnte daher theoretisch ein Defizit entstehen.

Ein möglicher Omega-3-Mangel wäre im Fall Miley Cyrus also keineswegs ausgeschlossen.

Doch daraus folgt nicht, dass vegane Ernährung grundsätzlich problematisch ist.

Es würde vielmehr bedeuten, dass eine bestimmte Nährstoffversorgung möglicherweise unzureichend geplant war.


Wurde sie durch Fisch sofort wieder „klar im Kopf“?

Wahrscheinlich nicht.

Mehrere Fachleute äußerten Zweifel an der Vorstellung, dass sich der Omega-3-Status bereits nach wenigen Fischmahlzeiten deutlich verändern könne.

Tatsächlich dauert es Wochen bis Monate, bis sich DHA in Zellmembranen und Geweben messbar verändert.

Das bedeutet nicht, dass Miley Cyrus ihre Verbesserung nur eingebildet hat. Menschen können subjektiv durchaus eine unmittelbare Veränderung ihres Wohlbefindens erleben.

Die Ursache könnte jedoch ebenso ein Placebo- oder Erwartungseffekt gewesen sein oder mit anderen Faktoren zusammengehangen haben.

Die geschilderte Erfahrung ist deshalb keine geeignete Grundlage, um die Wirkung von Fisch oder die Eignung veganer Ernährung allgemein zu beurteilen.


Die eigentliche Geschichte: Wie Medien mit Einzelfällen umgehen

Hier wird der Fall besonders interessant.

Wenn ein Prominenter sagt:

„Ich habe mich unter veganer Ernährung schlecht gefühlt.“

entstehen oft Schlagzeilen wie:

„Vegane Ernährung machte mich krank.“

Der Unterschied zwischen beiden Aussagen ist enorm.

Die erste beschreibt eine individuelle Erfahrung.

Die zweite ist eine allgemeine Behauptung über eine gesamte Ernährungsweise.

Genau an dieser Stelle gehen mediale Vereinfachung und wissenschaftliche Realität häufig auseinander.

Dabei werden wichtige Fragen selten gestellt:

  • War die Ernährung ausgewogen?
  • Wurden kritische Nährstoffe berücksichtigt?
  • Gab es medizinische Untersuchungen?
  • Welche anderen Belastungsfaktoren lagen vor?

Komplexe individuelle Geschichten werden häufig auf eine einfache Erklärung reduziert.


Was können wir daraus lernen?

Der Fall Miley Cyrus beweist nicht, dass vegane Ernährung krank macht.

Er beweist aber auch nicht, dass jede vegane Ernährung automatisch gesund ist.

Er zeigt vielmehr drei Dinge:

Erstens: Eine pflanzliche Ernährung erfordert – wie jede andere Ernährungsweise – Wissen und Planung.

Zweitens: Individuelle Erfahrungen sind wichtig, ersetzen aber keine wissenschaftliche Evidenz.

Drittens: Prominente Einzelfälle und mediale Schlagzeilen sagen oft mehr über unsere Kommunikationskultur aus als über die tatsächliche Qualität einer Ernährungsweise.

Vielleicht liegt die wichtigste Erkenntnis sogar an einer ganz anderen Stelle:

Nicht die vegane Ernährung ist im Fall Miley Cyrus gescheitert.

Möglicherweise ist vielmehr die Vorstellung gescheitert, dass jede Ernährungsweise – ob vegan oder omnivor – ohne Wissen, Planung und eine ausreichende Nährstoffversorgung automatisch gesund sein kann.

„Was die Wissenschaft weiß“


Gut geplante vegane Ernährungsweisen können für viele Menschen gesundheitsförderlich und bedarfsdeckend sein.

Kritische Nährstoffe sollten bewusst berücksichtigt werden.

Langkettige Omega-3-Fettsäuren können bei einigen Menschen besondere 

Aufmerksamkeit erfordern.

Einzelne Erfahrungsberichte erlauben keine Rückschlüsse auf die Eignung einer Ernährungsweise für die Allgemeinbevölkerung.

Literatur

Baker, E. J., Miles, E. A., Burdge, G. C., Yaqoob, P., & Calder, P. C. (2016). Metabolism and functional effects of plant-derived omega-3 fatty acids in humans. Progress in Lipid Research, 64, 30–56. https://doi.org/10.1016/j.plipres.2016.07.002


Benedetti, F. (2014). Placebo Effects: Understanding the Mechanisms in Health and Disease (2nd ed.). Oxford University Press.


Burdge, G. C., & Calder, P. C. (2005). Conversion of alpha-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reproduction Nutrition Development, 45(5), 581–597. https://doi.org/10.1051/rnd:2005047


Green Queen Media. (2020, September 8). 6 Reasons Why Miley Cyrus Is Wrong About Veganism.

Melina, V., Craig, W., & Levin, S. (2016). Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian diets. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 116(12), 1970–1980. https://doi.org/10.1016/j.jand.2016.09.025


Saunders, A. V., Davis, B. C., & Garg, M. L. (2013). Omega-3 polyunsaturated fatty acids and vegetarian diets. Medical Journal of Australia, 199(4 Suppl), S22–S26. https://doi.org/10.5694/mja11.11492



Sanghvi, R. (2020). Is Miley Cyrus no longer vegan?


Hochverarbeitet, voller Chemie und deshalb ungesund?

Was wirklich hinter den Zusatzstoffen in veganen und tierischen Lebensmitteln steckt


Wer vor einem Regal mit pflanzlichen Burgern, veganer Wurst oder Haferdrinks steht, hört häufig denselben Satz:

„Das ist doch alles hochverarbeitet und voller Chemie.“

Tatsächlich enthalten viele moderne Lebensmittel Zutaten, deren Namen zunächst fremd oder sogar beunruhigend wirken. Methylcellulose. Xanthan. Natriumcitrat. Kaliumsorbat.

Doch auch klassische Wurstwaren, Schmelzkäse, Fertiggerichte oder Süßigkeiten kommen oft nicht ohne Zusatzstoffe aus. Nitritpökelsalz, Phosphate, Emulgatoren und Konservierungsstoffe gehören seit Jahrzehnten zu unserem Lebensmittelalltag.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht:

Enthält ein Lebensmittel Zusatzstoffe?

Sondern:

Welche Zusatzstoffe sind enthalten, warum werden sie eingesetzt und was sagt die Wissenschaft über ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit?


Was bedeutet „hochverarbeitet“ überhaupt?

Lebensmittel werden heute häufig nach der sogenannten NOVA-Klassifikation eingeteilt. Diese unterscheidet zwischen:

  • unverarbeiteten oder minimal verarbeiteten Lebensmitteln,
  • verarbeiteten Lebensmitteln,
  • hochverarbeiteten Lebensmitteln (Ultra-Processed Foods, UPF).

Hochverarbeitet bedeutet zunächst lediglich, dass ein Lebensmittel mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen hat und häufig Zutaten enthält, die man in einer privaten Küche eher selten verwendet.

Wichtig ist jedoch:

„Hochverarbeitet“ ist keine Aussage über die gesundheitliche Qualität eines einzelnen Lebensmittels.

Ein Vollkornbrot aus industrieller Herstellung kann als hochverarbeitet gelten. Gleiches gilt für Frühstückscerealien, pflanzliche Burger, Proteinriegel oder manche Joghurts.

Die Verarbeitung allein macht ein Lebensmittel also nicht automatisch ungesund.


Warum werden Zusatzstoffe überhaupt eingesetzt?

Zusatzstoffe erfüllen in Lebensmitteln wichtige technologische Aufgaben:

  • sie verlängern die Haltbarkeit,
  • verhindern das Wachstum von Keimen,
  • verbessern Geschmack und Konsistenz,
  • sorgen für ein angenehmes Mundgefühl,
  • stabilisieren Emulsionen,
  • binden Wasser,
  • verhindern das Entmischen von Zutaten.

Ohne diese Funktionen würden viele Produkte deutlich schneller verderben oder ihre gewünschte Konsistenz verlieren.


Die häufigsten Zusatzstoffe – und was sie wirklich machen

Emulgatoren

Beispiele:

  • Lecithine (E322)
  • Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E471)
  • Polysorbat 80 (E433)
  • Carboxymethylcellulose (E466)


Wofür werden sie eingesetzt?

Emulgatoren verbinden Wasser und Fett und sorgen für eine gleichmäßige Konsistenz.


Was sagt die Wissenschaft?

Für einige Emulgatoren wie Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose gibt es Hinweise aus Tierstudien, dass sie die Darmbarriere und das Mikrobiom beeinflussen könnten. Ob diese Effekte bei üblichen Verzehrmengen beim Menschen eine relevante Rolle spielen, ist derzeit noch nicht geklärt.


Verdickungs- und Geliermittel

Beispiele:

  • Johannisbrotkernmehl (E410)
  • Guarkernmehl (E412)
  • Xanthan (E415)
  • Carrageen (E407)

Wofür werden sie eingesetzt?

Sie sorgen für Cremigkeit, Stabilität und eine angenehme Textur.


Was sagt die Wissenschaft?

Besonders Carrageen wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die derzeitige Evidenz spricht jedoch dafür, dass die in Lebensmitteln verwendeten Mengen für die meisten Menschen unproblematisch sind.


Konservierungsstoffe

Beispiele:

  • Sorbinsäure (E200)
  • Kaliumsorbat (E202)
  • Natriumbenzoat (E211)
  • Nitrit (E250)
  • Nitrat (E251)


Wofür werden sie eingesetzt?

Sie hemmen das Wachstum von Bakterien, Schimmel und Hefen.


Was sagt die Wissenschaft?

Nitrit und Nitrat in verarbeitetem Fleisch werden intensiv untersucht, da sie unter bestimmten Bedingungen zur Bildung von Nitrosaminen beitragen können, von denen einige als krebserregend gelten.


Geschmacksverstärker

Beispiele:

  • Mononatriumglutamat (E621)
  • Dinatriuminosinat (E631)
  • Dinatriumguanylat (E627)
  • Hefeextrakt


Was sagt die Wissenschaft?

Die Vorstellung, dass Mononatriumglutamat grundsätzlich gesundheitsschädlich sei, wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt. Die meisten Menschen vertragen die üblichen Verzehrmengen problemlos.


Säureregulatoren

Beispiele:

  • Citronensäure (E330)
  • Natriumcitrat (E331)
  • Milchsäure (E270)


Diese Stoffe wirken auf den ersten Blick oft „chemisch“. Tatsächlich kommen viele von ihnen auch natürlich in unserem Stoffwechsel oder in Lebensmitteln vor.


Phosphate

Beispiele:

  • E338 bis E452


Sie werden insbesondere in Schmelzkäse, Wurstwaren und zahlreichen Fertigprodukten eingesetzt.

Hohe Phosphataufnahmen könnten insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion problematisch sein. Für gesunde Menschen ist die Datenlage deutlich weniger eindeutig.


Was ist mit veganen Ersatzprodukten?

Viele vegane Alternativen enthalten:

  • Methylcellulose (E461)
  • modifizierte Stärke,
  • pflanzliche Aromen,
  • Proteinisolate aus Erbsen oder Soja,
  • Verdickungs- und Geliermittel.


Für die meisten dieser Zutaten gibt es derzeit keine überzeugenden Hinweise auf relevante gesundheitliche Risiken bei üblichen Verzehrmengen.

Die bloße Existenz einer E-Nummer sagt daher wenig über die gesundheitliche Qualität eines Lebensmittels aus.


Was ist mit Wurst und Käse?

Auch klassische tierische Produkte enthalten häufig zahlreiche Zusatzstoffe:

  • Nitritpökelsalz,
  • Phosphate,
  • Stabilisatoren,
  • Raucharomen,
  • Emulgatoren.


Viele Verbraucher nehmen diese Stoffe kaum wahr, weil sie als „traditionelle Lebensmittel“ gelten.

Dabei sind zahlreiche Wurst- und Käseprodukte technologisch stark verarbeitet.


Was sagt die Wissenschaft insgesamt?

Die Forschung zu hochverarbeiteten Lebensmitteln zeigt Zusammenhänge zwischen einem hohen Konsum bestimmter UPF und ungünstigen Gesundheitsfolgen.

Die Ursachen sind jedoch wahrscheinlich komplex.

Diskutiert werden unter anderem:

  • hoher Energiegehalt,
  • ungünstige Nährstoffzusammensetzung,
  • geringer Ballaststoffgehalt,
  • hohe Energiedichte,
  • Essverhalten und Überkonsum,
  • möglicherweise einzelne Zusatzstoffe.

Bis heute gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass sämtliche Zusatzstoffe grundsätzlich gesundheitsschädlich sind.


Was wir aus all dem mitnehmen können

Die Anzahl der E-Nummern auf einer Zutatenliste sagt wenig über die gesundheitliche Qualität eines Lebensmittels aus.

Entscheidend sind vielmehr:

  • die gesamte Nährstoffzusammensetzung,
  • die Häufigkeit des Konsums,
  • die verzehrte Menge,
  • und die wissenschaftliche Evidenz zu einzelnen Inhaltsstoffen.



Ein Lebensmittel ist nicht automatisch ungesund, nur weil seine Zutaten kompliziert klingen.

Und umgekehrt ist ein Lebensmittel nicht automatisch gesund, nur weil seine Zutatenliste kurz und vertraut erscheint.

Wie so oft in der Ernährungswissenschaft liegt die Wahrheit deutlich komplexer – und deutlich spannender – als einfache Schlagworte wie „natürlich“ oder „voller Chemie“ vermuten lassen.

„Was die Wissenschaft weiß“
- Nicht jeder Zusatzstoff ist problematisch.
- Nicht jedes hochverarbeitete Lebensmittel ist ungesund.
- Die Gesamternährung ist wichtiger als einzelne Inhaltsstoffe.
„Offene Fragen“
- Welche Rolle spielen bestimmte Emulgatoren für das Mikrobiom?
- Gibt es Langzeiteffekte einzelner Zusatzstoffe?
- Welche Merkmale hochverarbeiteter Lebensmittel sind tatsächlich gesundheitlich relevant?
Zusatzstoff Funktion Typische Produkte Evidenzlage
E250 Konservierung Wurst potenziell problematisch
E407 Verdickung vegane und tierische Produkte noch unklar
E322 Emulgator zahlreiche Produkte unproblematisch
E461 Geliermittel vegane Alternativen unproblematisch
E202 Konservierung viele Fertigprodukte unproblematisch
E621 Geschmacksverstärker Fertigprodukte überwiegend unproblematisch

Was wir aus all dem mitnehmen können


Eine kurze Zutatenliste ist oft ein gutes Zeichen – aber keine Garantie für ein gesundes Lebensmittel.

Und eine lange Zutatenliste macht ein Produkt nicht automatisch ungesund.

Wer Lebensmittel beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur die Anzahl der Zutaten zählen, sondern sich fragen:

  • Woraus besteht das Produkt insgesamt?
  • Wie häufig esse ich es?
  • Liefert es Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe?
  • Enthält es sehr viel Zucker, Salz oder gesättigte Fette?
  • Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zu den verwendeten Zusatzstoffen?


Die vielleicht sinnvollste Faustregel lautet daher:

Je unverarbeiteter und pflanzenbetonter die Ernährung insgesamt ist, desto besser. Doch einzelne Lebensmittel sollten nicht allein nach der Länge ihrer Zutatenliste oder der Anzahl ihrer E-Nummern beurteilt werden. Ernährung ist komplexer – und die Wissenschaft zeigt immer wieder, dass einfache Regeln selten die ganze Wahrheit erzählen.


Literaturverzeichnis

Braesco, V., Souchon, I., Sauvant, P., et al. (2022). Ultra-processed foods: How functional is the NOVA system? European Journal of Clinical Nutrition, 76(9), 1245–1253. https://doi.org/10.1038/s41430-022-01099-1

Dinu, M., Martini, D., Galli, M., et al. (2023). Ultra-processed foods, diet quality and human health. Nutrients, 15(13), 2833. https://doi.org/10.3390/nu15132833

Louie, J. C. Y. (2025). Are all ultra-processed foods bad? A critical review of the NOVA classification system. Proceedings of the Nutrition Society, 84(3), 1–9. https://doi.org/10.1017/S0029665125100645

Medin, A. C., et al. (2025). Definitions of ultra-processed foods beyond NOVA: A systematic review of classification systems. Food & Nutrition Research, 69, 12217. https://doi.org/10.29219/fnr.v69.12217

Monteiro, C. A., Cannon, G., Levy, R. B., Moubarac, J.-C., Louzada, M. L. C., & Machado, P. P. (2019). Ultra-processed foods: What they are and how to identify them. Public Health Nutrition, 22(5), 936–941. https://doi.org/10.1017/S1368980018003762

Petrus, R. R., do Amaral Sobral, P. J., Tadini, C. C., & Gonçalves, C. B. (2021). The NOVA classification system: A critical perspective in food science. Trends in Food Science & Technology, 116, 603–608. https://doi.org/10.1016/j.tifs.2021.08.010

Scientific Advisory Committee on Nutrition. (2025). Processed foods and health: Rapid evidence update. UK Government. https://www.gov.uk/government/publications/processed-foods-and-health-sacns-rapid-evidence-update


Zu Zusatzstoffen und E-Nummern

European Food Safety Authority. (2025). Food additives. https://www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/food-additives


European Commission. (n.d.). Food additives database. https://food.ec.europa.eu/food-safety/food-improvement-agents/additives/database_en


European Commission. (n.d.). Food and Feed Information Portal – Food additives search. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/food-additives/search


E-Nummern nachschlagen


Woher B12 kommt

"Vitamin B12 – Die Geschichte eines Missverständnisses"

Eine wissenschaftliche Reise zum Ursprung eines außergewöhnlichen Vitamins



Kapitel 1: Der größte Irrtum über Vitamin B12


Fragt man Menschen, woher Vitamin B12 stammt, lautet die häufigste Antwort: aus Fleisch. Manche ergänzen, dass Kühe es selbst bilden können und Pflanzen es eben nicht enthalten. Tatsächlich ist keine dieser Aussagen ganz richtig.


Weder Tiere noch Pflanzen sind in der Lage, Vitamin B12 selbst herzustellen. Die einzigen Lebewesen, die dieses komplexe Molekül synthetisieren können, sind bestimmte Bakterien und Archaeen – Mikroorganismen, die schon existierten, lange bevor die ersten Tiere oder Pflanzen die Erde besiedelten.


Das bedeutet: Jede natürliche Quelle von Vitamin B12 geht letztlich auf Mikroorganismen zurück. Tiere produzieren das Vitamin nicht, sondern nehmen es – direkt oder indirekt – aus ihrer Umwelt auf und speichern es in ihrem Körper. Fleisch, Milch und Eier sind deshalb keine Produzenten von Vitamin B12, sondern lediglich Speicher des Vitamins.


Dieser Unterschied mag auf den ersten Blick wie eine sprachliche Feinheit erscheinen. Tatsächlich erklärt er jedoch viele Missverständnisse rund um Vitamin B12 – etwa warum Kühe B12 enthalten, Gemüse aber normalerweise nicht, weshalb viele Nutztiere heute B12 oder das Spurenelement Cobalt über das Futter erhalten und warum auch Menschen, die regelmäßig Fleisch essen, einen Vitamin-B12-Mangel entwickeln können.



Wer verstehen möchte, warum Vitamin B12 in der Ernährung eine Sonderstellung einnimmt, muss deshalb nicht bei Tieren oder Pflanzen beginnen, sondern bei den eigentlichen Produzenten: den Mikroorganismen.

Kapitel 2: Die eigentlichen Produzenten – Wer stellt Vitamin B12 her?


Wenn Vitamin B12 weder von Tieren noch von Pflanzen hergestellt wird, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer produziert es dann überhaupt?


Die Antwort führt in eine Welt, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist.

Die einzigen bekannten Organismen, die Vitamin B12 selbst herstellen können, sind bestimmte Bakterien und Archaeen – mikroskopisch kleine Lebewesen, die bereits vor Milliarden Jahren die Erde besiedelten. Lange bevor die ersten Pflanzen an Land wuchsen oder die ersten Säugetiere entstanden, hatten einige dieser Mikroorganismen bereits die Fähigkeit entwickelt, Vitamin B12 zu synthetisieren.

Dabei handelt es sich keineswegs um einen einfachen Vorgang. Vitamin B12 – auch Cobalamin genannt – gehört zu den chemisch komplexesten Molekülen, die in der Natur hergestellt werden. Je nach Bakterienart umfasst seine Biosynthese rund 30 enzymatische Reaktionsschritte. Diese komplexe Synthese erklärt, warum nur vergleichsweise wenige Mikroorganismen über die notwendigen Gene verfügen.

Doch warum produzieren diese Bakterien Vitamin B12 überhaupt?

Nicht etwa, um Menschen oder Tiere mit einem Vitamin zu versorgen. Für die Mikroorganismen selbst ist Vitamin B12 ein unverzichtbares Coenzym, das zahlreiche Stoffwechselreaktionen ermöglicht. Erst viel später in der Evolution machten sich auch Tiere diese bereits existierende Verbindung zunutze.

Mit anderen Worten: Vitamin B12 ist ursprünglich kein „Vitamin des Menschen“, sondern ein Stoffwechselprodukt bestimmter Mikroorganismen. Menschen und Tiere profitieren lediglich davon, weil sie es für eigene biochemische Prozesse übernommen haben.


Diese Erkenntnis verändert den Blick auf das gesamte Thema. Vitamin B12 gehört biologisch betrachtet weder in die Welt der Tiere noch der Pflanzen. Sein Ursprung liegt im Mikrokosmos – bei Organismen, die den Grundstein für viele biochemische Prozesse des Lebens gelegt haben.

Vitamin B12 produzieren können: Vitamin B12 nicht produzieren können:
bestimmte Bakterien Menschen
bestimmte Archaeen Kühe
Schweine
Hühner
Fische
Pflanzen
Pilze

Kapitel 3: Warum Tiere Vitamin B12 nicht selbst herstellen können


Nachdem wir nun wissen, dass ausschließlich bestimmte Bakterien und Archaeen Vitamin B12 herstellen können, wirkt der nächste Gedanke zunächst überraschend:

Warum enthalten tierische Lebensmittel dann überhaupt Vitamin B12?

Die Antwort liegt in einem grundlegenden Prinzip der Evolution.

Im Laufe der Erdgeschichte entwickeln Organismen immer wieder neue Fähigkeiten. Genauso können sie Eigenschaften wieder verlieren, wenn diese für ihr Überleben keinen entscheidenden Vorteil mehr bieten. Die Evolution verfolgt dabei kein Ziel und strebt keine Perfektion an. Sie begünstigt lediglich Merkmale, die unter den jeweiligen Umweltbedingungen ausreichend erfolgreich sind.


Die Herstellung von Vitamin B12 gehört zu den aufwendigsten biochemischen Prozessen der Natur. Je nach Syntheseweg sind rund 30 Enzyme beteiligt, deren Baupläne in zahlreichen Genen gespeichert sind. Für Tiere wäre es energetisch äußerst kostspielig, diese komplexe Fähigkeit selbst aufrechtzuerhalten.

Solange Vitamin B12 zuverlässig über die Nahrung oder durch eine enge Zusammenarbeit mit Mikroorganismen verfügbar war, bestand daher kein evolutionärer Vorteil darin, die Fähigkeit zur Eigenproduktion zu erhalten. Im Gegenteil: Der Verlust unnötig gewordener Stoffwechselwege spart Energie und genetischen Aufwand. Dieses Phänomen ist in der Evolution weit verbreitet.


Menschen, Kühe, Schweine, Hühner oder Fische besitzen deshalb heute keine Gene mehr, mit denen sie Vitamin B12 selbst herstellen könnten. Stattdessen sind sie darauf angewiesen, das Vitamin aus ihrer Nahrung aufzunehmen oder – wie Wiederkäuer – mit Mikroorganismen zusammenzuleben, die diese Aufgabe übernehmen.

Tiere sind daher keine Produzenten von Vitamin B12. Sie sind Verbraucher und Speicher des Vitamins.

Dieser Unterschied mag zunächst unscheinbar wirken, erklärt aber zahlreiche Missverständnisse. Denn wenn Tiere Vitamin B12 nicht selbst herstellen, stellt sich unmittelbar die nächste Frage:

Wie gelangt das Vitamin überhaupt in ihren Körper?

Die Antwort darauf führt uns zu einem der faszinierendsten Verdauungssysteme der Tierwelt – dem Pansen der Wiederkäuer.

Evolution bedeutet nicht Perfektion
Ein häufiger Irrtum besteht darin anzunehmen, jede Körperfunktion müsse von der Evolution möglichst vollständig entwickelt worden sein.
Tatsächlich gilt häufig das Gegenteil: Kann ein Organismus einen Stoff dauerhaft aus seiner Umwelt beziehen, geht die Fähigkeit zur Eigenproduktion im Laufe der Evolution oft verloren. Dadurch werden Energie und genetische Ressourcen eingespart.
Vitamin B12 ist dafür ein klassisches Beispiel.

Kapitel 4: Die Kuh und ihre Millionen Helfer


Wenn Kühe Vitamin B12 nicht selbst herstellen können, warum enthalten Milch und Rindfleisch dann dennoch nennenswerte Mengen dieses Vitamins?

Die Antwort liegt in einem der faszinierendsten Verdauungssysteme der Natur.

Kühe gehören zu den Wiederkäuern. Anders als der Mensch besitzen sie einen mehrteiligen Magen, dessen größter Abschnitt – der Pansen – als riesiger Fermentationsraum dient. Dort leben Milliarden von Mikroorganismen: Bakterien, Archaeen, Protozoen und Pilze bilden gemeinsam ein hochkomplexes Ökosystem.

Während die Kuh Gras frisst, übernehmen diese Mikroorganismen den eigentlichen Hauptteil der Verdauung. Sie zerlegen die für den Menschen weitgehend unverdauliche Zellulose und produzieren dabei verschiedene Stoffwechselprodukte, die der Kuh als wichtige Energiequelle dienen.

Unter diesen Mikroorganismen befinden sich auch Arten, die Vitamin B12 herstellen können.

Genau genommen produziert also nicht die Kuh das Vitamin, sondern ihre mikroskopisch kleinen Mitbewohner. Die Kuh stellt ihnen lediglich den Lebensraum sowie die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung. Das gebildete Vitamin B12 wird anschließend im Verdauungstrakt aufgenommen und in Organen und Geweben gespeichert – unter anderem in der Leber, den Muskeln und in der Milch.

Biologisch betrachtet handelt es sich dabei um eine klassische Symbiose: Beide Seiten profitieren voneinander. Die Mikroorganismen erhalten einen geschützten Lebensraum mit kontinuierlicher Nahrungsversorgung. Die Kuh wiederum gewinnt durch ihre Stoffwechselleistung Zugang zu Nährstoffen, die sie ohne diese mikrobielle Gemeinschaft niemals nutzen könnte.

Deshalb ist die häufige Aussage, Kühe würden Vitamin B12 selbst herstellen, wissenschaftlich nicht ganz korrekt.

Treffender wäre:

Kühe leben in einer engen Symbiose mit Mikroorganismen, die Vitamin B12 produzieren.

Dieser Unterschied erscheint zunächst klein, verändert jedoch den Blick auf den Ursprung des Vitamins grundlegend.


Der Pansen – eine natürliche Bioreaktor-Anlage
Der Pansen einer ausgewachsenen Kuh fasst je nach Tier etwa 100 bis 200 Liter und beherbergt Milliarden von Mikroorganismen pro Milliliter Panseninhalt.
Diese mikrobielle Lebensgemeinschaft ermöglicht unter anderem:
- den Abbau von Zellulose,
- die Bildung flüchtiger Fettsäuren als Energiequelle,
- die Synthese verschiedener B-Vitamine,
- die Produktion von Vitamin B12 – sofern ausreichend Cobalt vorhanden ist.
Der eigentliche „Produzent“ des Vitamins ist also nicht die Kuh, sondern ihr Mikrobiom.
Der Pansen - eine natürliche Hochleistungsfabrik

Kapitel 5: Warum hilft uns unser Darmmikrobiom nicht?


Nachdem wir gesehen haben, wie Wiederkäuer mithilfe ihrer Mikroorganismen Vitamin B12 gewinnen, drängt sich eine naheliegende Frage auf:

Auch der Mensch besitzt Milliarden von Darmbakterien. Warum versorgen sie uns nicht ebenfalls mit Vitamin B12?

Die Antwort liegt nicht in den Bakterien selbst, sondern in der Anatomie unseres Verdauungssystems.

Auch im menschlichen Darm leben Bakterien, von denen einige Vitamin B12 produzieren können. Allerdings befinden sich diese Mikroorganismen überwiegend im Dickdarm. Genau hier liegt das Problem.

Vitamin B12 wird vom menschlichen Körper nicht im Dickdarm aufgenommen, sondern bereits deutlich früher – im letzten Abschnitt des Dünndarms, dem sogenannten terminalen Ileum. Damit das Vitamin dort aufgenommen werden kann, muss es zuvor an den sogenannten Intrinsic Factor gebunden werden, ein Transportprotein, das von speziellen Zellen der Magenschleimhaut gebildet wird.

Erst dieser Komplex aus Vitamin B12 und Intrinsic Factor kann im Dünndarm über spezialisierte Rezeptoren in den Körper aufgenommen werden.

Die Bakterien, die im Dickdarm Vitamin B12 bilden, befinden sich somit gewissermaßen hinter der letzten Aufnahmestation. Das produzierte Vitamin gelangt deshalb in aller Regel nicht mehr in den menschlichen Stoffwechsel, sondern wird zusammen mit dem Darminhalt wieder ausgeschieden.

Beim Wiederkäuer ist die Situation grundlegend anders. Die Bildung des Vitamins erfolgt bereits im vorderen Abschnitt des Verdauungssystems, sodass genügend Zeit bleibt, das Vitamin später im Dünndarm aufzunehmen.

Obwohl sowohl Kühe als auch Menschen mit Mikroorganismen zusammenleben, unterscheiden sich ihre Verdauungssysteme also entscheidend. Nicht die Fähigkeit der Bakterien ist ausschlaggebend, sondern der Ort, an dem sie leben.

Aus diesem Grund kann sich der Mensch – anders als ein Wiederkäuer – nicht auf sein eigenes Darmmikrobiom verlassen, um seinen Bedarf an Vitamin B12 zu decken.


Der entscheidende Unterschied
Beim Menschen Beim Wiederkäuer
B12-produzierende Bakterien: überwiegend im Dickdarm B12-Produktion: im Pansen durch Mikroorganismen
Aufnahme von Vitamin B12: im terminalen Ileum (letzter Abschnitt des Dünndarms) Aufnahme: später im Dünndarm
Ergebnis: Das produzierte Vitamin kommt für die Aufnahme meist zu spät. Ergebnis: Das produzierte Vitamin kann effektiv genutzt werden.

Nicht die Menge der Darmbakterien entscheidet über die B12-Versorgung, sondern der Ort, an dem sie das Vitamin produzieren.


Wenn Tiere Vitamin B12 nur über Mikroorganismen erhalten und Pflanzen es selbst nicht herstellen – warum enthalten Gemüse und Obst normalerweise trotzdem kein Vitamin B12?

Kapitel 6: Warum enthalten Pflanzen normalerweise kein Vitamin B12?


Nachdem wir nun wissen, dass Vitamin B12 ausschließlich von bestimmten Mikroorganismen hergestellt wird, stellt sich eine weitere naheliegende Frage:

Warum enthalten Pflanzen dann normalerweise kein Vitamin B12?

Die Antwort ist überraschend einfach: Pflanzen benötigen Vitamin B12 für ihren Stoffwechsel in der Regel nicht.

Während Menschen und Tiere Vitamin B12 unter anderem für die Bildung roter Blutkörperchen, die Funktion des Nervensystems und den Energiestoffwechsel benötigen, haben höhere Pflanzen im Laufe der Evolution andere Stoffwechselwege entwickelt. Sie kommen deshalb ohne Vitamin B12 aus.

Da Pflanzen das Vitamin weder benötigen noch selbst herstellen können, speichern sie es normalerweise auch nicht in ihren Geweben.

Dennoch tauchen immer wieder Berichte auf, nach denen bestimmte Pflanzen oder pflanzliche Lebensmittel Vitamin B12 enthalten sollen. Tatsächlich lassen sich gelegentlich geringe Mengen nachweisen. Die Ursache liegt jedoch meist nicht in der Pflanze selbst.

Vitamin B12 kann beispielsweise durch Bakterien im Boden, auf der Pflanzenoberfläche oder während natürlicher Fermentationsprozesse entstehen. In solchen Fällen stammt das Vitamin nicht aus der Pflanze, sondern von Mikroorganismen, die mit ihr in Kontakt stehen.

Die gemessenen Mengen sind jedoch meist gering, stark schwankend und für eine zuverlässige Versorgung ungeeignet. Hinzu kommt, dass einige Lebensmittel Stoffe enthalten können, die dem Vitamin B12 chemisch ähneln, vom menschlichen Körper jedoch kaum oder gar nicht als Vitamin genutzt werden können. Diese sogenannten Vitamin-B12-Analoga besitzen zwar eine ähnliche Struktur, erfüllen jedoch nicht dieselbe biologische Funktion.

Deshalb gelten Obst, Gemüse und die meisten unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel heute nicht als verlässliche Quellen für Vitamin B12.

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Pflanzen "minderwertig" wären oder ihnen etwas fehlen würde. Sie folgen lediglich einer anderen biologischen Strategie als Tiere. Pflanzen müssen kein Vitamin B12 bilden, weil ihr Stoffwechsel ohne dieses Molekül funktioniert.

Damit wird deutlich: Der Grund für das Fehlen von Vitamin B12 liegt nicht in einer vermeintlichen Unvollständigkeit pflanzlicher Lebensmittel, sondern in den unterschiedlichen Anforderungen der Evolution.

Warum Pflanzen kein Vitamin B12 enthalten
Pflanzen enthalten normalerweise kein Vitamin B12, weil sie:
- es für ihren Stoffwechsel in der Regel nicht benötigen,
- es selbst nicht herstellen können,
- es nicht gezielt speichern.
Nachweisbare Spuren stammen meist von Mikroorganismen und nicht von der Pflanze selbst.

Nicht jede Pflanze ist frei von Vitamin B12 – aber keine Pflanze ist eine verlässliche natürliche Quelle dafür.

Kapitel 7: Warum enthält Fleisch dann Vitamin B12?


Bis hierher haben wir eine erstaunliche Erkenntnis gewonnen.

  • Tiere können Vitamin B12 nicht selbst herstellen.
  • Pflanzen produzieren es ebenfalls nicht.
  • Die eigentlichen Produzenten sind ausschließlich bestimmte Mikroorganismen.


Doch damit bleibt eine entscheidende Frage offen:

Warum enthält Fleisch dann überhaupt Vitamin B12?

Die Antwort ist ebenso einfach wie überraschend:

Weil Tiere Vitamin B12 speichern – nicht weil sie es produzieren.

Sobald ein Tier Vitamin B12 über seine Nahrung oder mithilfe seiner Darmmikroorganismen aufgenommen hat, wird das Vitamin im Körper verteilt und für lebenswichtige Stoffwechselprozesse genutzt. Überschüssiges Vitamin B12 wird vor allem in der Leber gespeichert, kleinere Mengen befinden sich auch in Muskeln, Milch und Eiern.

Genau deshalb enthalten tierische Lebensmittel Vitamin B12.

Sie sind jedoch keine Quelle im eigentlichen Sinn des Wortes. Sie sind vielmehr ein Zwischenspeicher innerhalb der Nahrungskette.

Man könnte sich diesen Weg wie einen Staffelstab vorstellen:

Die Mikroorganismen produzieren das Vitamin.

Das Tier nimmt es auf.

Das Tier speichert einen Teil davon.

Der Mensch verzehrt tierische Lebensmittel und übernimmt das gespeicherte Vitamin.


Das Fleisch selbst hat dabei niemals Vitamin B12 hergestellt. Es enthält lediglich das Vitamin, das zuvor von Mikroorganismen gebildet und anschließend vom Tier gespeichert wurde.

Genau an dieser Stelle entsteht eines der größten Missverständnisse rund um Vitamin B12.

Wenn Menschen sagen: „Vitamin B12 kommt aus Fleisch“, beschreiben sie lediglich den letzten Abschnitt der Nahrungskette. Der eigentliche Ursprung liegt jedoch viel weiter am Anfang – bei Mikroorganismen.

Ein anschaulicher Vergleich macht diesen Unterschied deutlich.

Wer Geld am Geldautomaten abhebt, würde kaum behaupten, der Geldautomat habe das Geld hergestellt. Er dient lediglich als Ausgabestelle. Genauso verhält es sich mit Fleisch: Es enthält Vitamin B12, produziert es jedoch nicht.

Der eigentliche Produzent bleibt derselbe wie zu Beginn unserer wissenschaftlichen Reise:

bestimmte Bakterien und Archaeen.



Fleisch ist keine Produktionsstätte für Vitamin B12, sondern ein biologischer Speicher. Der Ursprung des Vitamins liegt immer bei Mikroorganismen.



Kapitel 8: Wie kamen Menschen früher an Vitamin B12?


Bislang haben wir den Weg von Vitamin B12 von den Mikroorganismen über Tiere bis zum Menschen verfolgt. Doch damit stellt sich eine weitere spannende Frage:

Wenn Pflanzen normalerweise kein Vitamin B12 enthalten und moderne Menschen auf tierische Lebensmittel oder Supplemente angewiesen sind – wie funktionierte das dann über Jahrtausende hinweg?

Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht.

Sicher ist zunächst, dass unsere Vorfahren unter völlig anderen Umweltbedingungen lebten als wir heute. Sie verfügten weder über aufbereitetes Trinkwasser noch über hygienisch gereinigte Lebensmittel oder die hohen Lebensmittelstandards moderner Gesellschaften. Der Kontakt mit Erde, natürlichen Gewässern und Mikroorganismen war deutlich intensiver als heute.

Aus diesem Grund wird häufig vermutet, dass Menschen in früheren Zeiten gelegentlich Vitamin B12 über bakterielle Verunreinigungen auf ungewaschenen Pflanzen, an Wurzeln oder über natürliches Wasser aufgenommen haben könnten.

Diese Annahme ist biologisch durchaus plausibel.

Sie bedeutet jedoch nicht, dass ungewaschenes Gemüse früher eine zuverlässige oder ausreichende Quelle für Vitamin B12 gewesen wäre.



Bis heute gibt es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafür, dass Menschen ihren Vitamin-B12-Bedarf dauerhaft allein durch Erde an Pflanzen oder natürliches Wasser decken konnten. Die tatsächlich aufgenommenen Mengen dürften je nach Region, Jahreszeit, Wasserqualität und Lebensweise erheblich geschwankt haben.

Hinzu kommt, dass sich die Ernährungsweisen unserer Vorfahren über die Erdgeschichte stark unterschieden. Frühere Menschen lebten in unterschiedlichen Klimazonen, nutzten verschiedene Nahrungsquellen und hatten einen sehr viel engeren Kontakt zur natürlichen Umwelt als moderne Gesellschaften. Pauschale Aussagen darüber, wie "der Mensch früher" seinen Vitamin-B12-Bedarf deckte, sind deshalb wissenschaftlich kaum möglich.

Was sich jedoch eindeutig sagen lässt, ist Folgendes:

Unsere heutige Lebensweise unterscheidet sich grundlegend von der unserer Vorfahren. Lebensmittel werden gewaschen, Trinkwasser wird aufbereitet, viele Menschen leben in Städten, und der direkte Kontakt mit den Mikroorganismen der natürlichen Umwelt ist deutlich geringer geworden.

Ob dies allein bereits einen wesentlichen Einfluss auf die Vitamin-B12-Versorgung hatte, lässt sich wissenschaftlich nicht sicher beantworten. Fest steht jedoch, dass sich die Bedingungen, unter denen Menschen heute leben, erheblich von denen vergangener Jahrtausende unterscheiden.

Gerade deshalb sollte die Frage nach der heutigen Versorgung nicht mit Vorstellungen über das Leben unserer Vorfahren beantwortet werden. Maßgeblich ist nicht, wie Menschen möglicherweise vor Tausenden von Jahren lebten, sondern welche Vitamin-B12-Quellen unter den Bedingungen der modernen Welt zuverlässig funktionieren.

Was wir wissen – und was nicht
Gut belegt ist:
✔ Vitamin B12 wird ausschließlich von bestimmten Mikroorganismen produziert.
✔ Früher lebten Menschen in deutlich engerem Kontakt mit natürlichen Mikroorganismen.
✔ Moderne Hygiene hat diesen Kontakt erheblich verändert.
Nicht sicher belegt ist:
❓ Dass ungewaschenes Gemüse oder natürliches Wasser jemals ausreichten, um den Vitamin-B12-Bedarf des Menschen dauerhaft zu decken.

Plausible Hypothesen sind nicht automatisch wissenschaftliche Belege. Gerade bei historischen Fragen endet die Evidenz oft dort, wo direkte Daten fehlen.



Kapitel 9: Warum erhalten viele Nutztiere heute Vitamin B12 oder Cobalt?


Nachdem wir den Ursprung von Vitamin B12 bis zu den Mikroorganismen zurückverfolgt haben, könnte man annehmen, dass Nutztiere ihren Bedarf ganz selbstverständlich selbst decken.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Ob ein Tier ausreichend mit Vitamin B12 versorgt wird, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem von seiner Art, seiner Haltung und seiner Ernährung.

Bei Wiederkäuern wie Rindern oder Schafen übernehmen die Mikroorganismen im Pansen die Bildung von Vitamin B12. Dafür benötigen sie allerdings einen entscheidenden Baustein: das Spurenelement Cobalt.


Ohne Cobalt können selbst B12-produzierende Bakterien das Vitamin nicht herstellen.

Deshalb achten Landwirte in Regionen mit cobaltarmer Bodenbeschaffenheit darauf, dass Wiederkäuer ausreichend Cobalt über Mineralfutter oder Lecksteine erhalten. Ergänzt wird also nicht das Vitamin selbst, sondern der Rohstoff, den die Mikroorganismen für dessen Herstellung benötigen.


Anders sieht es bei vielen Schweinen und Geflügel aus.

Diese Tiere besitzen keinen Pansen und verfügen daher nicht über ein vergleichbares mikrobielles Fermentationssystem wie Wiederkäuer. Unter modernen Haltungsbedingungen erhalten sie deshalb häufig Vitamin-B12-Zusätze über das Futter, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen.


Für viele Menschen ist diese Information überraschend.

Denn häufig wird behauptet, nur Menschen mit einer pflanzlichen Ernährung müssten Vitamin B12 supplementieren. Tatsächlich wird jedoch auch in der modernen Tierhaltung die Versorgung vieler Tiere gezielt sichergestellt – entweder indirekt über Cobalt oder direkt über Vitamin-B12-Zusätze.


Das bedeutet nicht, dass tierische Lebensmittel kein Vitamin B12 enthalten. Sie enthalten es durchaus.

Es zeigt jedoch, dass auch in der Tierhaltung längst auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Maßnahmen genutzt werden, um eine zuverlässige Versorgung mit diesem lebenswichtigen Vitamin zu gewährleisten.

Letztlich bleibt der Ursprung des Vitamins derselbe wie zu Beginn unserer Reise:

Die eigentliche Produktion erfolgt durch Mikroorganismen.

Cobalt oder Vitamin B12 – wo liegt der Unterschied?
Wiederkäuer (z. B. Rinder) Schweine und Geflügel
✔ benötigen ausreichend Cobalt. ✔ besitzen keinen Pansen.
✔ Mikroorganismen im Pansen bilden daraus Vitamin B12. ✔ erhalten Vitamin B12 häufig direkt über das Futter.

Auch in der modernen Tierhaltung wird die Versorgung mit Vitamin B12 gezielt sichergestellt – direkt oder indirekt. Der eigentliche Produzent bleibt dabei immer derselbe: Mikroorganismen.

Kapitel 10: Was bedeutet dieses Wissen für unsere Ernährung heute?


Unsere wissenschaftliche Reise begann mit einer scheinbar einfachen Frage:

Woher kommt Vitamin B12 eigentlich?

Die Antwort führte uns von Mikroorganismen über Wiederkäuer und andere Tiere bis hin zur modernen Landwirtschaft. Dabei zeigte sich, dass Vitamin B12 weder von Tieren noch von Pflanzen hergestellt wird, sondern ausschließlich von bestimmten Bakterien und Archaeen.

Doch welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unseren Alltag?

Zunächst verändert dieses Wissen die Perspektive auf Vitamin B12 grundlegend.

Lange galt Fleisch als die eigentliche Quelle dieses Vitamins. Tatsächlich ist Fleisch jedoch lediglich ein Zwischenspeicher innerhalb einer biologischen Kette, deren Ursprung immer bei Mikroorganismen liegt.

Damit stellt sich die Frage nach der Versorgung in einem neuen Licht.

Menschen, die tierische Lebensmittel verzehren, nehmen Vitamin B12 überwiegend indirekt auf – über Tiere, die das Vitamin zuvor gespeichert haben.

Menschen mit einer rein pflanzlichen Ernährung wählen dagegen einen direkteren Weg. Sie beziehen Vitamin B12 nicht über den Umweg eines tierischen Speichers, sondern unmittelbar aus einer Quelle, die auf derselben mikrobiellen Produktion basiert.

Beide Wege führen letztlich zum gleichen Molekül.

Der Unterschied besteht lediglich darin, welchen Abschnitt der Nahrungskette man nutzt.

Aus wissenschaftlicher Sicht entscheidet deshalb nicht die Herkunft des Vitamins über seinen Wert, sondern seine chemische Struktur und seine Bioverfügbarkeit. Ein Vitamin-B12-Molekül bleibt dasselbe – unabhängig davon, ob es ursprünglich über tierische Lebensmittel oder über ein Supplement aufgenommen wurde.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht:

„Ist Vitamin B12 natürlich?“

Sondern:

„Ist die Versorgung zuverlässig sichergestellt?“

Für den menschlichen Stoffwechsel spielt letztlich nur eine Rolle, dass ausreichend biologisch verfügbares Vitamin B12 aufgenommen wird.


Wie dieser Weg aussieht, hängt von den individuellen Ernährungsgewohnheiten, den Lebensumständen und gegebenenfalls auch von medizinischen Faktoren ab.

Die Biologie macht dabei keinen Unterschied.

Sie erkennt lediglich das Molekül.



Das Wichtigste in einem Satz
Ob Vitamin B12 über tierische Lebensmittel oder über ein Supplement aufgenommen wird – biologisch entscheidend ist ausschließlich, dass ausreichend verwertbares Vitamin B12 den Körper erreicht.

Der menschliche Stoffwechsel kennt keine Ideologien. Er erkennt keine Ernährungsformen. Er erkennt lediglich Moleküle.



Epilog – Eine Reise bis an den Ursprung


Als wir diese Reise begonnen haben, schien die Antwort auf die Frage nach dem Ursprung von Vitamin B12 offensichtlich zu sein. Viele Menschen würden vermutlich spontan antworten: „Es kommt aus Fleisch.“

Heute wissen wir, dass diese Antwort zwar nicht völlig falsch, aber unvollständig ist.

Der Weg des Vitamin B12 beginnt nicht auf der Weide, nicht im Stall und auch nicht im Supermarkt. Er beginnt in einer Welt, die unseren Augen verborgen bleibt – bei Mikroorganismen, die dieses außergewöhnliche Molekül bereits vor Milliarden Jahren entwickelten.


Von dort aus führt seine Reise über komplexe ökologische Zusammenhänge, durch die Verdauungssysteme von Tieren und schließlich bis in unsere eigenen Zellen. Jeder Abschnitt dieser Reise erzählt ein Stück Evolutionsgeschichte und macht deutlich, wie eng alles Leben miteinander verbunden ist.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Artikels.


Wissenschaft ersetzt einfache Antworten oft durch bessere Fragen. Sie zeigt, dass hinter scheinbar selbstverständlichen Tatsachen häufig faszinierende Zusammenhänge verborgen liegen. Je genauer wir hinschauen, desto deutlicher wird, dass die Natur selten so einfach ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Vitamin B12 ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Was lange als „tierisches Vitamin“ galt, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Produkt einer uralten Zusammenarbeit zwischen Mikroorganismen und höheren Lebewesen – einer Zusammenarbeit, die bis heute die Grundlage unserer Versorgung bildet.

Vielleicht verändert dieses Wissen nicht unmittelbar unsere Ernährung. Vielleicht verändert es aber unsere Perspektive.

Denn wissenschaftliche Erkenntnis bedeutet nicht nur, mehr Fakten zu kennen. Sie bedeutet vor allem, die Welt ein wenig besser zu verstehen.


Und manchmal beginnt dieses Verständnis mit einer einzigen, scheinbar einfachen Frage:

Woher kommt Vitamin B12 eigentlich?


Quellen:

Green, R. (2017). Vitamin B12 deficiency from the perspective of a practicing hematologist. Blood, 129(19), 2603–2611. (Klinik und Physiologie)

O'Leary, F., & Samman, S. (2010). Vitamin B12 in health and disease. Nutrients, 2(3), 299–316. (Übersichtsarbeit)

Roth, J. R., Lawrence, J. G., & Bobik, T. A. (1996). Cobalamin (coenzyme B12): Synthesis and biological significance. Annual Review of Microbiology, 50, 137–181. (Biosynthese und Evolution)

Watanabe, F., Yabuta, Y., Bito, T., & Teng, F. (2014). Vitamin B12-containing plant food sources for vegetarians. Nutrients, 6(5), 1861–1873. (Pflanzliche Quellen und Analoga)

Stabler, S. P. (2013). Vitamin B12 deficiency. New England Journal of Medicine, 368, 149–160. (Klinische Grundlagen)

Institute of Medicine. (1998). Dietary Reference Intakes: Vitamin B12. (Grundlagen zur Ernährung)

National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Vitamin B12 Fact Sheet for Health Professionals. (Aktuelle Übersicht)

EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens. (Aktuelle wissenschaftliche Bewertungen zu Referenzwerten und Ernährung.)