Zink


Zink: Das Multitalent für Abwehr und Stoffwechsel


Der menschliche Körper enthält etwa zwei bis drei Gramm Zink. Anders als bei Eisen oder Calcium haben wir für Zink jedoch keine großen, dedizierten Speicher im Körper (wie etwa die Knochen für Calcium). Das bedeutet: Wir sind auf eine regelmäßige und gut geplante Zufuhr über die tägliche Ernährung angewiesen, um den Spiegel konstant zu halten.


Funktionen im Körper

Zink ist Bestandteil von über 300 verschiedenen Enzymen und greift in fast alle wichtigen Stoffwechselwege ein. Seine Hauptaufgaben umfassen:

  1. Das Immunsystem: Zink ist essenziell für die Entwicklung und Aktivierung unserer Abwehrzellen (wie die T-Lymphozyten). Es hilft dem Körper, auf Krankheitserreger schnell zu reagieren und Entzündungsreaktionen zu regulieren.
  2. Haut, Haare und Wundheilung: Zink fördert die Zellteilung und die Bildung von Kollagen. Bei Verletzungen wird Zink massiv in das betroffene Gewebe transportiert, um die Heilung der Haut voranzutreiben.
  3. Makronährstoff-Stoffwechsel: Es wird benötigt, um Kohlenhydrate, Fette und Proteine aus unserer Nahrung überhaupt richtig verstoffwechseln zu können.
  4. Sinneswahrnehmung: Unser Geschmacks- und Geruchssinn ist stark von einer ausreichenden Zinkversorgung abhängig.


Pflanzliche Quellen und die Rolle der Phytinsäure

Hervorragende pflanzliche Zinklieferanten sind Kürbiskerne, Hanfsamen, Haferflocken, Cashewkerne, Linsen und Sojabohnen.

Hier stoßen wir jedoch auf eine ähnliche Herausforderung wie beim Eisen: die Bioverfügbarkeit. Pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte enthalten Phytinsäure. Diese bindet Zink im Magen-Darm-Trakt zu unlöslichen Komplexen, sodass der Körper das Mineral nicht mehr optimal aufnehmen kann.

Mit den richtigen Zubereitungsmethoden lässt sich dieser Effekt jedoch geschickt umgehen:

  • Einweichen und Keimen: Wenn Du Linsen, Bohnen oder Getreide vor dem Kochen einweichst oder sogar keimen lässt, wird ein Enzym namens Phytase aktiviert. Dieses baut die hemmende Phytinsäure ab und gibt das Zink frei.
  • Fermentation: Die traditionelle Herstellung von Sauerteigbrot ist eine meisterhafte Methode, um den Zinkgehalt aus dem Getreide hochgradig bioverfügbar zu machen. Auch fermentierte Sojaprodukte wie Tempeh sind exzellente Quellen.
  • Säure hilft: Die Zugabe von organischen Säuren (wie ein Spritzer Zitronensaft oder etwas Essig im Dressing über dem Linsensalat) kann die Zinkaufnahme ebenfalls leicht verbessern.

Was passiert bei einem Mangel?

Da Zink für die Zellteilung und das Immunsystem so wichtig ist, zeigen sich Mangelerscheinungen vor allem an Geweben, die sich schnell erneuern müssen:

  • Erhöhte Infektanfälligkeit: Man wird häufiger krank und Erkältungen ziehen sich deutlich länger hin.
  • Äußerliche Symptome: brüchige Nägel (oft mit weißen Flecken, wobei dies auch andere Ursachen haben kann), diffuser Haarausfall, trockene, schuppige Haut und eine stark verzögerte Wundheilung.
  • Sensorische Störungen: Das Essen schmeckt plötzlich fad, und der Geruchssinn nimmt ab.


Wie hoch ist der tägliche Bedarf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die Referenzwerte für Zink an die Menge der aufgenommenen Phytinsäure gekoppelt. Da eine vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung naturgemäß mehr Phytinsäure enthält, wird hier ein etwas höherer Zinkbedarf angesetzt.

Bei einer hohen Phytatzufuhr (was bei einem reichhaltigen Verzehr von Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten der Fall ist) lauten die Empfehlungen:

  • Männer: 16 mg pro Tag
  • Frauen: 10 mg pro Tag



Quellenangaben und weiterführende Links:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Zink (aufgeschlüsselt nach Phytatzufuhr) und detaillierte FAQ. Direktlink zur DGE-Tabelle Zink | Direktlink zu den FAQ Zink
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Beurteilung der Zufuhr). Direktlink zum PDF des BfR
  • Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB): Zink – Multitalent unter den Spurenelementen (mit praktischen Tipps zur Bioverfügbarkeit). Direktlink zum UGB-Artikel