Hülsenfrüchte

Autor: Thomas Wiedemann
Veröffentlicht am 29. August 2026

Hülsenfrüchte – nährstoffreich und vielseitig

Hülsenfrüchte gehören zu den nährstoffreichsten pflanzlichen Lebensmittelgruppen. Dazu zählen unter anderem Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Erbsen, Sojabohnen und Lupinen. Sie liefern in unterschiedlicher Zusammensetzung pflanzliches Protein, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.


Besonders bedeutsam ist ihr hoher Proteingehalt. Je nach Art enthalten Hülsenfrüchte deutlich mehr Protein als viele andere pflanzliche Lebensmittel. Gleichzeitig liefern sie häufig relevante Mengen an Eisen, Zink, Magnesium, Kalium und Folat. Durch ihren hohen Ballaststoffgehalt tragen sie zudem zu einer guten Sättigung bei und können eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung sinnvoll ergänzen.


Trotz vieler Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die einzelnen Hülsenfrüchte deutlich voneinander. Sojabohnen weisen beispielsweise einen besonders hohen Protein- und Fettgehalt auf, während Linsen und Bohnen vor allem durch ihre Kombination aus Protein, komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen auffallen. Lupinen wiederum gehören zu den proteinreichsten heimischen Hülsenfrüchten.


Für eine vegane Ernährung sind Hülsenfrüchte daher besonders interessant: Sie können einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit Protein, Eisen, Zink und weiteren Nährstoffen leisten. Wie hoch ihr tatsächlicher Beitrag ist, hängt jedoch von Sorte, Portionsgröße, Zubereitung und der gesamten Ernährung ab.


Im Folgenden schauen wir uns die wichtigsten Hülsenfrüchte einzeln an und zeigen, was jeweils in ihnen steckt und welche ernährungsphysiologischen Besonderheiten sie haben.


Linsen

Linsen gehören zu den ältesten kultivierten Hülsenfrüchten und verbinden einen hohen Nährstoffgehalt mit einer vergleichsweise einfachen Zubereitung. Gekocht liefern sie reichlich pflanzliches Protein, komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe und enthalten nur wenig Fett. Damit können sie insbesondere in einer pflanzlichen Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Protein- und Nährstoffversorgung leisten.


Besonders hervorzuheben sind Folat, Eisen, Magnesium, Kalium und Zink. Eine halbe Tasse gekochte Linsen liefert etwa 3 mg Eisen. Das entspricht nach den aktuellen DGE/ÖGE-Referenzwerten rund 27 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr für erwachsene Männer und etwa 19 bis 21 Prozent für erwachsene Frauen. Das Eisen liegt allerdings – wie bei allen pflanzlichen Lebensmitteln – als Nicht-Häm-Eisen vor und wird im Durchschnitt weniger effizient aufgenommen als Häm-Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Das Eisen liegt allerdings – wie bei allen pflanzlichen Lebensmitteln – als Nicht-Häm-Eisen vor und wird im Durchschnitt weniger effizient aufgenommen als Häm-Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Die Aufnahme lässt sich jedoch verbessern, wenn Linsen zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Paprika, Brokkoli oder Tomaten gegessen werden.


Auch ihr hoher Ballaststoffgehalt ist ernährungsphysiologisch relevant. Ballaststoffe erhöhen die Sättigung, unterstützen die Darmfunktion und dienen teilweise als Substrat für die Darmmikrobiota. Gleichzeitig werden die enthaltenen Kohlenhydrate vergleichsweise langsam verdaut, wodurch Linsen typischerweise nur einen moderaten Anstieg des Blutzuckers verursachen.


Beim Protein liefern Linsen zwar alle essenziellen Aminosäuren, einzelne davon – insbesondere Methionin – sind jedoch nur in vergleichsweise geringer Menge vorhanden. In einer abwechslungsreichen Ernährung ist das normalerweise kein Problem. Getreide enthält relativ mehr Methionin und ergänzt das Aminosäureprofil von Hülsenfrüchten gut. Eine Kombination wie Linsen mit Vollkornreis, Brot oder anderen Getreideprodukten kann deshalb ernährungsphysiologisch sinnvoll sein; beide Lebensmittel müssen dafür nicht zwingend in derselben Mahlzeit gegessen werden.


Zu beachten ist außerdem, dass Linsen wie andere Hülsenfrüchte Phytat enthalten. Phytat kann die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe wie Eisen und Zink vermindern. Einweichen, Keimen und vor allem Kochen können den Gehalt verschiedener antinutritiver Stoffe reduzieren. Gleichzeitig sollte Phytat nicht pauschal als „schädlicher Pflanzenstoff“ betrachtet werden – entscheidend ist die gesamte Ernährung und Nährstoffversorgung.


Auch die verschiedenen Linsensorten unterscheiden sich – vornehmlich durch Schale, Ballaststoffgehalt und sekundäre Pflanzenstoffe.


Schlussendlich sind Linsen eine besonders vielseitige Quelle für pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Folat und verschiedene Mineralstoffe. Ihre Stärke liegt weniger in einem einzelnen außergewöhnlichen Nährstoff als in der Kombination vieler ernährungsphysiologisch günstiger Eigenschaften.


Kichererbsen

Kichererbsen gehören zu den vielseitigsten Hülsenfrüchten und werden seit Jahrtausenden im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Südasien genutzt. Ernährungsphysiologisch verbinden sie pflanzliches Protein mit komplexen Kohlenhydraten, einem hohen Ballaststoffgehalt und verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen. Gerade in einer pflanzlichen Ernährung können sie deshalb regelmäßig zur Protein- und Nährstoffversorgung beitragen.


Besonders interessant ist die Kombination aus Protein und Ballaststoffen. Gekochte Kichererbsen liefern etwa 8 bis 9 Gramm Protein pro 100 Gramm und gleichzeitig rund 7 bis 8 Gramm Ballaststoffe. Dadurch sättigen sie gut und liefern ihre Kohlenhydrate in einer Lebensmittelmatrix, die wesentlich komplexer ist als bei stark verarbeiteten kohlenhydratreichen Lebensmitteln.


Das Protein der Kichererbse enthält alle essenziellen Aminosäuren, weist jedoch – ähnlich wie andere Hülsenfrüchte – relativ geringe Mengen der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein auf. Getreide ergänzt dieses Aminosäureprofil gut. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit beispielsweise Kichererbsen, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen reicht normalerweise aus; eine gezielte Kombination innerhalb derselben Mahlzeit ist nicht erforderlich.


Auch bei den Mikronährstoffen haben Kichererbsen einiges zu bieten. Sie liefern unter anderem Folat, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink und verschiedene B-Vitamine. Das enthaltene Eisen liegt als Nicht-Häm-Eisen vor und wird weniger effizient aufgenommen als Häm-Eisen. Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Paprika, Tomaten, Brokkoli oder Zitrusfrüchte können die Aufnahme jedoch deutlich verbessern. Ein Kichererbsensalat mit Paprika und Zitronensaft ist deshalb nicht nur geschmacklich eine gute Kombination.


Ein weiterer Vorteil liegt in den Kohlenhydraten. Neben Stärke enthalten Kichererbsen auch resistente Stärke und lösliche sowie unlösliche Ballaststoffe. Diese werden teilweise erst im Dickdarm von Darmbakterien fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die unter anderem für die Darmgesundheit von Bedeutung sind. Aufgrund dieser Zusammensetzung führen ganze Kichererbsen gewöhnlich zu einem moderateren Blutzuckeranstieg als viele stärker verarbeitete stärkehaltige Lebensmittel.


Wie andere Hülsenfrüchte enthalten auch Kichererbsen Phytat und weitere Verbindungen, die die Aufnahme einzelner Mineralstoffe beeinflussen können. Einweichen und anschließendes Kochen reduzieren einen Teil dieser Stoffe. Bei Kichererbsen aus der Konserve ist dieser Verarbeitungsschritt bereits erfolgt. Nach dem Abspülen sind sie deshalb eine ebenso unkomplizierte wie praktische Möglichkeit, Hülsenfrüchte regelmäßig in den Speiseplan einzubauen.


Auch verarbeitete Formen können ernährungsphysiologisch sinnvoll sein. Hummus beispielsweise kombiniert Kichererbsen meist mit Sesam beziehungsweise Tahini und liefert dadurch zusätzlich ungesättigte Fettsäuren und weitere Mineralstoffe. Je nach Rezept kann der Energie- und Salzgehalt jedoch deutlich höher sein als bei puren gekochten Kichererbsen.

Eine Besonderheit ist sogar das Kochwasser der Kichererbsen: die sogenannte Aquafaba. Durch gelöste Stärke-, Protein- und andere Pflanzenbestandteile lässt sie sich ähnlich wie Eischnee aufschlagen und beispielsweise für Mousse, Baiser oder Backwaren verwenden. Ernährungsphysiologisch spielt Aquafaba zwar keine große Rolle – kulinarisch zeigt sie aber eindrucksvoll, wie vielseitig Kichererbsen eingesetzt werden können.



Kichererbsen überzeugen damit weniger durch einen einzelnen außergewöhnlichen Nährstoff als durch ihre Kombination aus Protein, Ballaststoffen, komplexen Kohlenhydraten sowie mehreren relevanten Mikronährstoffen. Für eine abwechslungsreiche vegane Ernährung sind sie deshalb ein besonders vielseitiges Grundnahrungsmittel.


Weiße Bohnen

Weiße Bohnen sind keine einzelne botanische Sorte, sondern eine Sammelbezeichnung für verschiedene hellsamige Bohnen, darunter beispielsweise Cannellini-, Navy- oder Great-Northern-Bohnen. Ihre Nährstoffprofile unterscheiden sich etwas, grundsätzlich gehören sie jedoch zu den protein- und ballaststoffreichen Hülsenfrüchten und können in einer pflanzlichen Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit mehreren Mineralstoffen leisten.


Gekochte weiße Bohnen liefern typischerweise etwa 7 bis 9 Gramm Protein pro 100 Gramm und zugleich große Mengen an Ballaststoffen. Diese Kombination trägt zu einer guten Sättigung bei und sorgt dafür, dass die enthaltenen Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden als bei vielen stärker verarbeiteten stärkehaltigen Lebensmitteln.

Unter den Mikronährstoffen sind vor allem Folat, Eisen, Magnesium, Kalium und Zink hervorzuheben. Gerade der Kaliumgehalt kann bei weißen Bohnen beträchtlich sein. Kalium spielt unter anderem eine wichtige Rolle für die normale Funktion von Nerven und Muskeln sowie für die Regulation des Blutdrucks.


Auch weiße Bohnen enthalten ausschließlich Nicht-Häm-Eisen. Dessen Aufnahme hängt stärker von der Zusammensetzung der Mahlzeit ab als die Aufnahme von Häm-Eisen. Vitamin C kann die Eisenaufnahme verbessern, während größere Mengen an Phytat sie vermindern können. Kombinationen mit Paprika, Tomaten, Brokkoli oder anderen Vitamin-C-reichen Lebensmitteln sind deshalb ernährungsphysiologisch sinnvoll.


Wie bei anderen Hülsenfrüchten ist auch das Protein weißer Bohnen reich an Lysin, enthält aber vergleichsweise wenig Methionin. Getreide weist ein weitgehend komplementäres Aminosäureprofil auf. Über den Tag verteilt ergänzen sich unter anderem Bohnen mit Brot, Reis oder anderen Getreideprodukten deshalb gut. Eine gleichzeitige Aufnahme in derselben Mahlzeit ist dafür nicht erforderlich.


Weiße Bohnen enthalten außerdem resistente Stärke und verschiedene fermentierbare Ballaststoffe. Ein Teil davon erreicht den Dickdarm weitgehend unverdaut und wird dort von Darmbakterien verwertet. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren, die wichtige Funktionen für die Darmbarriere und den Stoffwechsel der Darmzellen übernehmen.

Für manche Menschen können größere Mengen Bohnen zunächst zu Blähungen führen. Verantwortlich sind unter anderem fermentierbare Kohlenhydrate wie Raffinose und Stachyose. Regelmäßiger Verzehr kleinerer Mengen kann die Verträglichkeit häufig verbessern. Einweichen, gründliches Garen und gegebenenfalls das Wegschütten des Einweichwassers können ebenfalls hilfreich sein.


Besonders wichtig ist die richtige Zubereitung getrockneter Bohnen. Rohe oder unzureichend gegarte Bohnen enthalten Lektine, insbesondere Phytohämagglutinin, das in größeren Mengen zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Durch ausreichendes Kochen werden diese Proteine weitgehend inaktiviert. Bohnen aus der Konserve sind bereits vollständig gegart und können nach dem Abspülen direkt verwendet werden.



Weiße Bohnen sind damit eine vielseitige Quelle für pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Folat und mehrere Mineralstoffe. Besonders interessant ist ihre Kombination aus hoher Nährstoffdichte, guter Sättigung und einer Lebensmittelmatrix, die sowohl für den Blutzuckerstoffwechsel als auch für die Darmmikrobiota günstig sein kann.


Kidneybohnen

Kidneybohnen gehören zu den bekanntesten Vertretern der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Ihren Namen verdanken sie ihrer charakteristischen nierenförmigen Gestalt. Ernährungsphysiologisch liefern sie – ähnlich wie andere Bohnen – eine Kombination aus pflanzlichem Protein, komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen sowie mehreren Vitaminen und Mineralstoffen.


Gekochte Kidneybohnen enthalten typischerweise etwa 8 bis 9 Gramm Protein pro 100 Gramm. Gleichzeitig liefern sie reichlich Ballaststoffe. Diese Kombination trägt zu einer guten Sättigung bei und sorgt dafür, dass die enthaltenen Kohlenhydrate vergleichsweise langsam verdaut werden. Dadurch verursachen Kidneybohnen gewöhnlich einen deutlich moderateren Blutzuckeranstieg als viele stärker verarbeitete kohlenhydratreiche Lebensmittel.

Unter den Mikronährstoffen sind insbesondere Folat, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink von Bedeutung. Das enthaltene Eisen liegt ausschließlich als Nicht-Häm-Eisen vor. Seine Aufnahme kann durch Vitamin C verbessert werden, weshalb sich Kidneybohnen unter anderem gut mit Paprika, Tomaten oder anderen Vitamin-C-reichen Gemüsesorten kombinieren lassen.


Wie andere Hülsenfrüchte liefern Kidneybohnen relativ viel Lysin, während die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein in geringeren Mengen vorkommen. Getreideprodukte ergänzen dieses Aminosäureprofil gut. In einer abwechslungsreichen Ernährung ist jedoch keine gezielte Kombination innerhalb einer einzelnen Mahlzeit erforderlich.

Kidneybohnen enthalten außerdem resistente Stärke und fermentierbare Ballaststoffe. Ein Teil dieser Kohlenhydrate gelangt unverdaut in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien fermentiert. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren, die eine wichtige Rolle für die Darmbarriere und den Stoffwechsel der Darmzellen spielen.


Eine Besonderheit der Kidneybohne ist ihr vergleichsweise hoher Gehalt an dem Lektin Phytohämagglutinin im rohen Zustand. Unzureichend gegarte Kidneybohnen können deshalb Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Getrocknete Kidneybohnen sollten ausreichend lange eingeweicht, das Einweichwasser anschließend verworfen und die Bohnen in frischem Wasser vollständig durchgekocht werden. Besonders problematisch ist langsames Garen bei niedrigen Temperaturen, da dadurch das Lektin nicht zuverlässig inaktiviert wird. Bohnen aus Konserven sind bereits ausreichend erhitzt und können nach dem Abspülen direkt verwendet werden.



Wie bei anderen Hülsenfrüchten enthalten Kidneybohnen zudem Phytat sowie fermentierbare Oligosaccharide. Einweichen und Kochen können deren Gehalt reduzieren. Wer Hülsenfrüchte bislang nur selten isst, kann die Menge schrittweise erhöhen, da sich die Darmmikrobiota an eine höhere Zufuhr fermentierbarer Kohlenhydrate teilweise anpassen kann.

Kidneybohnen sind damit eine nährstoffreiche Quelle für pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Folat und mehrere Mineralstoffe. Ihre ernährungsphysiologischen Vorteile ähneln denen anderer Bohnen, bei der Zubereitung roher Kidneybohnen ist jedoch besondere Sorgfalt erforderlich.


Schwarze Bohnen

Schwarze Bohnen gehören wie Kidney- und viele weiße Bohnen zur Art Phaseolus vulgaris. Besonders verbreitet sind sie in der lateinamerikanischen Küche. Ernährungsphysiologisch ähneln sie anderen Gartenbohnen in vielen Punkten: Sie liefern pflanzliches Protein, komplexe Kohlenhydrate und reichlich Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Eine Besonderheit liegt jedoch in ihrer tiefschwarzen Samenschale.


Gekochte schwarze Bohnen enthalten typischerweise etwa 8 bis 9 Gramm Protein pro 100 Gramm und gleichzeitig einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Dadurch sättigen sie gut und ihre Kohlenhydrate werden vergleichsweise langsam verdaut. Wie andere Hülsenfrüchte weisen sie deshalb gewöhnlich eine relativ geringe glykämische Wirkung auf.


Unter den Mikronährstoffen sind insbesondere Folat, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink interessant. Das Eisen liegt als Nicht-Häm-Eisen vor und wird daher stärker durch die Zusammensetzung der Mahlzeit beeinflusst als Häm-Eisen. Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Paprika, Tomaten oder Brokkoli können die Aufnahme verbessern.


Das Protein schwarzer Bohnen enthält reichlich Lysin, während Methionin und andere schwefelhaltige Aminosäuren in geringerer Menge vorkommen. Getreide weist hinsichtlich dieser Aminosäuren ein ergänzendes Muster auf. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung ergänzen sich Bohnen und Getreide deshalb gut, ohne dass beide zwingend innerhalb derselben Mahlzeit verzehrt werden müssen.


Besonders auffällig ist die dunkle Schale. Ihre Färbung beruht unter anderem auf Anthocyanen und anderen Polyphenolen. Diese sekundären Pflanzenstoffe besitzen antioxidative Eigenschaften und werden hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Wirkungen intensiv untersucht. Aus ihrem Vorkommen lässt sich jedoch nicht ableiten, dass schwarze Bohnen grundsätzlich „gesünder“ wären als helle Bohnen. Entscheidend ist vielmehr, dass verschiedene Bohnensorten unterschiedliche Profile sekundärer Pflanzenstoffe aufweisen.


Auch schwarze Bohnen liefern resistente Stärke und fermentierbare Ballaststoffe. Ein Teil davon gelangt in den Dickdarm und wird dort von der Darmmikrobiota fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, die unter anderem für die Energieversorgung der Dickdarmzellen und verschiedene Stoffwechselprozesse von Bedeutung sind.

Wie andere Bohnen enthalten auch schwarze Bohnen Phytat und fermentierbare Oligosaccharide. Einweichen und gründliches Kochen können deren Gehalt teilweise reduzieren und die Verträglichkeit verbessern. Getrocknete Bohnen sollten vollständig durchgegart werden. Konservenbohnen sind bereits erhitzt und können nach dem Abspülen unmittelbar verwendet werden.



Schwarze Bohnen verbinden damit die typischen Vorteile von Hülsenfrüchten – Protein, Ballaststoffe und eine Reihe wichtiger Mikronährstoffe – mit einem besonders interessanten Profil sekundärer Pflanzenstoffe in ihrer dunklen Samenschale. Sie sind deshalb keine „bessere“ Bohne, erweitern aber die ernährungsphysiologische Vielfalt innerhalb der Hülsenfrüchte.


Erbsen

Erbsen gehören botanisch zu den Hülsenfrüchten, werden im Alltag jedoch häufig wie Gemüse verwendet. Gerade diese Zwischenstellung macht sie ernährungsphysiologisch interessant: Sie liefern mehr Protein als viele klassische Gemüsesorten und enthalten gleichzeitig Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Gekochte grüne Erbsen liefern typischerweise etwa 5 bis 6 Gramm Protein pro 100 Gramm. Damit liegen sie zwar unter Linsen oder Bohnen, tragen aber dennoch relevant zur pflanzlichen Proteinzufuhr bei. Gleichzeitig enthalten sie Ballaststoffe, die zur Sättigung beitragen und die Darmfunktion unterstützen.


Unter den Mikronährstoffen sind insbesondere Folat, Vitamin K, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Kalium und Phosphor hervorzuheben. Besonders interessant ist die Kombination aus Vitamin C und Nicht-Häm-Eisen. Vitamin C kann die Aufnahme pflanzlichen Eisens verbessern, weil es Eisen in eine besser verfügbare Form überführt und hemmende Einflüsse anderer Nahrungsbestandteile teilweise abschwächen kann.


Erbsen bringen damit eine günstige Kombination bereits selbst mit: Sie liefern sowohl Nicht-Häm-Eisen als auch Vitamin C. Wie stark dieser Vorteil praktisch ausfällt, hängt jedoch von der Zubereitung und der gesamten Mahlzeit ab. Vitamin C ist hitzeempfindlich und kann durch langes Kochen deutlich reduziert werden. Tiefgekühlte oder nur kurz gegarte Erbsen können deshalb ernährungsphysiologisch günstiger sein als sehr lange gekochte.


Auch das Protein der Erbse weist das für Hülsenfrüchte typische Aminosäureprofil auf: Es liefert relativ viel Lysin, während Methionin und Cystein in geringerer Menge vorkommen. Getreideprodukte ergänzen dieses Muster gut. Eine gezielte Kombination innerhalb derselben Mahlzeit ist bei einer abwechslungsreichen Ernährung jedoch nicht notwendig.

Erbsen enthalten zudem Stärke, resistente Stärke und fermentierbare Ballaststoffe. Ein Teil davon gelangt in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die unter anderem für die Darmbarriere und den Stoffwechsel der Dickdarmzellen von Bedeutung sind.


Im Gegensatz zu vielen getrockneten Bohnen sind grüne Erbsen in der Küche unkompliziert. Sie müssen nicht eingeweicht werden und sind schnell gar. Tiefgekühlte Erbsen sind dabei ernährungsphysiologisch keineswegs minderwertig: Durch die schnelle Verarbeitung nach der Ernte können sie viele Nährstoffe gut erhalten und sind ganzjährig verfügbar.

Getrocknete Erbsen, beispielsweise Schälerbsen, unterscheiden sich von frischen oder tiefgekühlten grünen Erbsen vor allem durch ihren wesentlich geringeren Wassergehalt. Dadurch sind Protein, Stärke, Ballaststoffe und Mineralstoffe pro 100 Gramm deutlich konzentrierter. Für den direkten Vergleich von Nährwerten sollte deshalb immer darauf geachtet werden, ob sich die Angaben auf frische, gekochte oder getrocknete Erbsen beziehen.



Erbsen sind damit weit mehr als eine klassische Gemüsebeilage. Sie verbinden pflanzliches Protein und Ballaststoffe mit mehreren wichtigen Mikronährstoffen. Besonders die natürliche Kombination aus Vitamin C und Nicht-Häm-Eisen macht sie innerhalb der Hülsenfrüchte ernährungsphysiologisch interessant.


Mungbohnen

Mungbohnen sind kleine grüne Hülsenfrüchte, die vor allem in der süd- und ostasiatischen Küche verbreitet sind. Sie gehören botanisch zur Art Vigna radiata und unterscheiden sich damit von klassischen Gartenbohnen wie Kidney- oder schwarzen Bohnen. Ernährungsphysiologisch liefern sie pflanzliches Protein, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.


Gekochte Mungbohnen enthalten typischerweise etwa 7 Gramm Protein pro 100 Gramm. Gleichzeitig liefern sie relevante Mengen an Ballaststoffen. Dadurch tragen sie zur Sättigung bei und ergänzen eine pflanzliche Ernährung als vielseitige Proteinquelle.


Unter den Mikronährstoffen sind insbesondere Folat, Magnesium, Kalium, Phosphor, Eisen und verschiedene B-Vitamine interessant. Das enthaltene Eisen liegt als Nicht-Häm-Eisen vor. Wie bei anderen pflanzlichen Eisenquellen kann Vitamin C die Aufnahme verbessern, weshalb sich Mungbohnen gut mit Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchten oder anderen Vitamin-C-reichen Lebensmitteln kombinieren lassen.

Auch das Protein der Mungbohne weist das typische Muster vieler Hülsenfrüchte auf: Es liefert relativ viel Lysin, während schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin in geringeren Mengen vorkommen. Getreideprodukte ergänzen dieses Aminosäureprofil gut. In einer abwechslungsreichen Ernährung ist eine gezielte Kombination innerhalb derselben Mahlzeit jedoch nicht notwendig.


Mungbohnen enthalten außerdem verschiedene Polyphenole und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Deren Gehalte können je nach Sorte, Verarbeitung und Keimung deutlich variieren. Gerade gekeimte Mungbohnen weisen ein verändertes Nährstoff- und Pflanzenstoffprofil auf, weil während des Keimprozesses zahlreiche enzymatische Veränderungen stattfinden.

Eine bekannte Verwendungsform sind Mungbohnensprossen. Im deutschen Sprachgebrauch werden sie häufig fälschlicherweise als „Sojasprossen“ bezeichnet, obwohl die im Handel erhältlichen Sprossen sehr oft aus Mungbohnen stammen. Beim Keimen kann unter anderem der Gehalt bestimmter Vitamine steigen und Phytat teilweise abgebaut werden. Gleichzeitig stellen rohe Sprossen aufgrund der warmen und feuchten Keimbedingungen ein mikrobiologisches Risiko dar. Besonders empfindliche Personengruppen sollten rohe Sprossen deshalb nur mit Vorsicht verzehren beziehungsweise ausreichend erhitzen.


Wie andere Hülsenfrüchte enthalten auch Mungbohnen Phytat und fermentierbare Kohlenhydrate. Einweichen, Kochen und Keimen können deren Gehalt teilweise reduzieren und die Verdaulichkeit verbessern. Getrocknete Mungbohnen können eingeweicht werden, müssen aufgrund ihrer geringen Größe jedoch meist nicht so lange garen wie größere Bohnenarten.

Mungbohnen sind damit eine vielseitige Hülsenfrucht mit einem ausgewogenen Profil aus pflanzlichem Protein,

Ballaststoffen, Folat und mehreren Mineralstoffen. Besonders interessant ist ihre Verwendung sowohl als gekochte Bohne als auch in gekeimter Form. Ernährungsphysiologisch bieten sie keine „Wunderwirkung“, erweitern aber die Vielfalt innerhalb einer pflanzenbasierten Ernährung auf sinnvolle Weise.


Sojabohnen

Sojabohnen nehmen innerhalb der Hülsenfrüchte tatsächlich eine besondere Stellung ein. Sie unterscheiden sich von Linsen, Kichererbsen oder klassischen Bohnen vor allem durch ihren sehr hohen Proteingehalt, ihre vergleichsweise hohe Proteinqualität und einen deutlich höheren Fettanteil. Gleichzeitig liefern sie Ballaststoffe, verschiedene Mineralstoffe und charakteristische sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Isoflavone.


Der Proteingehalt der Sojabohne ist außergewöhnlich hoch. Getrocknete Sojabohnen bestehen zu ungefähr einem Drittel aus Protein, wobei die genaue Menge je nach Sorte und Verarbeitung variiert. Noch wichtiger als die reine Proteinmenge ist die Qualität des Proteins: Sojaprotein enthält alle essenziellen Aminosäuren in einem für pflanzliche Lebensmittel vergleichsweise günstigen Verhältnis. Zwar sind die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein auch bei Soja etwas niedriger vertreten als andere Aminosäuren, insgesamt gehört Sojaprotein jedoch zu den hochwertigsten pflanzlichen Proteinquellen.


Damit unterscheidet sich Soja teilweise von vielen anderen Hülsenfrüchten. Während unter anderem Linsen oder Bohnen ernährungsphysiologisch besonders gut mit Getreide ergänzt werden können, ist eine solche Ergänzung bei Soja weniger relevant. Sojabohnen und daraus hergestellte Lebensmittel wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink können deshalb sehr effektiv zur Proteinversorgung einer veganen Ernährung beitragen.


Auch beim Fettgehalt fällt Soja aus dem üblichen Muster der Hülsenfrüchte heraus. Während Linsen, Bohnen und Kichererbsen relativ fettarm sind, enthalten Sojabohnen deutlich mehr Fett. Dieses besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren, darunter Linolsäure und Alpha-Linolensäure. Sojabohnen liefern damit nicht nur Protein, sondern zugleich essentielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren.


Unter den Mikronährstoffen sind unter anderem Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Folat und verschiedene B-Vitamine von Bedeutung. Wie bei anderen pflanzlichen Lebensmitteln liegt das Eisen als Nicht-Häm-Eisen vor. Vitamin-C-reiche Lebensmittel können dessen Aufnahme verbessern. Gleichzeitig enthält Soja Phytat, das die Aufnahme verschiedener Mineralstoffe vermindern kann. Verarbeitungsschritte wie Einweichen, Kochen, Fermentieren und teilweise auch Keimen können den Phytatgehalt reduzieren.


Eine Besonderheit der Sojabohne sind die Isoflavone, insbesondere Genistein und Daidzein. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zu den sogenannten Phytoöstrogenen, weil ihre chemische Struktur gewisse Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Hormon Östrogen aufweist. Daraus entstand die weit verbreitete Vorstellung, Soja könne den menschlichen Hormonhaushalt problematisch beeinflussen.


Die Bezeichnung „Phytoöstrogen“ ist jedoch leicht missverständlich. Isoflavone wirken nicht wie menschliches Östrogen in identischer Stärke und Weise. Sie können an Östrogenrezeptoren binden, zeigen dabei aber eine deutlich geringere Aktivität und können je nach Gewebe unterschiedliche Wirkungen entfalten. Die verfügbare Humanforschung liefert keinen belastbaren Hinweis darauf, dass übliche Mengen sojahaltiger Lebensmittel bei Männern zu einer klinisch relevanten Senkung des Testosterons oder zu einer „Verweiblichung“ führen. Auch für Frauen gilt der normale Verzehr von Sojalebensmitteln nach heutiger Datenlage grundsätzlich als unproblematisch.


Gerade bei Soja lohnt deshalb die Unterscheidung zwischen einem biologischen Mechanismus und einer tatsächlich nachgewiesenen Wirkung beim Menschen. Dass Isoflavone an Östrogenrezeptoren binden können, bedeutet nicht automatisch, dass sie im menschlichen Körper dieselben Wirkungen hervorrufen wie Östrogen.


Aus der Sojabohne entstehen zahlreiche Lebensmittel, deren Nährstoffprofile sich teilweise erheblich unterscheiden. Edamame sind unreif geerntete grüne Sojabohnen und werden ähnlich wie andere Hülsenfrüchte gegessen. Tofu wird aus geronnener Sojamilch hergestellt und kann – abhängig vom verwendeten Gerinnungsmittel – eine relevante Calciumquelle darstellen. Tempeh entsteht durch Fermentation ganzer Sojabohnen und besitzt dadurch eine andere Lebensmittelmatrix sowie ein verändertes Profil bestimmter Inhaltsstoffe. Bei Sojadrinks hängt die ernährungsphysiologische Qualität stark davon ab, ob sie mit Calcium, Vitamin B12 und gegebenenfalls weiteren Nährstoffen angereichert wurden.


Die unterschiedliche Verarbeitung macht deutlich, dass „Soja“ ernährungsphysiologisch kein einheitliches Lebensmittel ist. Ganze Sojabohnen, Tofu, Tempeh und Sojadrink liefern zwar alle Sojaprotein, unterscheiden sich aber deutlich hinsichtlich Energiegehalt, Ballaststoffen, Fett, Calcium und weiteren Nährstoffen.


Wie andere Hülsenfrüchte müssen rohe Sojabohnen ausreichend erhitzt werden. Sie enthalten verschiedene hitzeempfindliche Stoffe, darunter Trypsininhibitoren und Lektine, die durch sachgemäße Verarbeitung und Kochen weitgehend inaktiviert werden. Handelsübliche Sojaprodukte sind entsprechend verarbeitet und können ohne diese Problematik verzehrt werden.



Sojabohnen besitzen damit innerhalb der Hülsenfrüchte tatsächlich eine besondere ernährungsphysiologische Stellung. Sie kombinieren einen außergewöhnlich hohen Proteingehalt und eine hohe Proteinqualität mit ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Isoflavonen. Gerade für eine vegane Ernährung sind Sojabohnen und wenig verarbeitete Sojaprodukte deshalb eine vielseitige und hochwertige Lebensmittelgruppe. Ihr Nutzen beruht dabei nicht auf einer einzelnen „Superfood“-Eigenschaft, sondern auf der Kombination mehrerer günstiger Nährstoffmerkmale.


Lupinen

Lupinen gehören botanisch zu den Hülsenfrüchten und sind ernährungsphysiologisch vorwiegend wegen ihres hohen Proteingehalts interessant. In Mitteleuropa werden für die menschliche Ernährung überwiegend sogenannte Süßlupinen verwendet. Dabei handelt es sich um Sorten, die auf einen vergleichsweise niedrigen Gehalt an Chinolizidinalkaloiden gezüchtet wurden. Der tatsächliche Alkaloidgehalt kann jedoch je nach Sorte und Anbaubedingungen variieren. Ihre Samen lassen sich ähnlich vielseitig verarbeiten wie Sojabohnen und werden unter anderem zu Mehl, Aufstrichen, Fleischalternativen oder proteinreichen Produkten verarbeitet.


Getrocknete Lupinensamen können je nach Art und Sorte etwa ein Drittel oder mehr Protein enthalten. Damit gehören sie zu den proteinreichsten heimisch anbaubaren Hülsenfrüchten. Gleichzeitig liefern sie vergleichsweise wenig Stärke, dafür relevante Mengen an Ballaststoffen und Fett. Das unterscheidet Lupinen deutlich von Linsen, Kichererbsen oder vielen Bohnenarten.


Auch die Proteinqualität ist günstig. Lupinenprotein liefert alle essenziellen Aminosäuren, wobei – ähnlich wie bei anderen Hülsenfrüchten – die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein vergleichsweise geringer vertreten sind. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Getreide, Nüssen und Samen ergänzt dieses Aminosäureprofil problemlos.

Unter den Mineralstoffen sind unter anderem Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und Phosphor interessant. Wie bei anderen pflanzlichen Lebensmitteln liegt das Eisen als Nicht-Häm-Eisen vor und kann durch den gleichzeitigen Verzehr Vitamin-C-reicher Lebensmittel besser aufgenommen werden. Auch Lupinen enthalten Phytat, das die Verfügbarkeit einzelner Mineralstoffe vermindern kann. Verarbeitungsschritte wie Einweichen, Kochen und Fermentation können den Gehalt bestimmter antinutritiver Stoffe teilweise reduzieren.


Besonders auffällig ist der vergleichsweise geringe Anteil leicht verfügbarer Stärke. Ein großer Teil der Kohlenhydrate besteht aus Ballaststoffen und bestimmten Oligosacchariden. Dadurch unterscheiden sich Lupinensamen deutlich von vielen anderen Hülsenfrüchten und weisen typischerweise eine geringe glykämische Wirkung auf.


Die in der menschlichen Ernährung verwendeten Süßlupinen sind gezielt auf einen niedrigen Gehalt an Chinolizidinalkaloiden gezüchtet. Bitterlupinen können dagegen deutlich höhere Mengen dieser Alkaloide enthalten und dürfen nicht ohne geeignete Verarbeitung verzehrt werden. Bei handelsüblichen Lupinenprodukten ist dieses Problem durch Sortenauswahl und Verarbeitung weitgehend kontrolliert.


Eine weitere Besonderheit ist das Allergierisiko. Lupinen gehören zu den in der Europäischen Union kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Besonders Menschen mit einer Erdnussallergie können aufgrund von Kreuzreaktionen auch auf Lupinenprotein reagieren. Lupinenprodukte müssen deshalb auf verpackten Lebensmitteln entsprechend gekennzeichnet werden.


Ökologisch und landwirtschaftlich sind Lupinen ebenfalls interessant. Wie andere Hülsenfrüchte können sie mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Dadurch benötigen sie im Anbau weniger stickstoffhaltigen Dünger und können in Fruchtfolgen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit beitragen. Zudem lassen sich bestimmte Lupinenarten auch in Mitteleuropa anbauen, weshalb sie als regionale pflanzliche Proteinquelle zunehmendes Interesse finden.


Lupinen sind damit eine proteinreiche und vergleichsweise wenig bekannte Hülsenfrucht mit einem eigenständigen Nährstoffprofil. Besonders ihr hoher Proteingehalt, der geringe Stärkeanteil und ihre Eignung als regional anbaubare Proteinpflanze machen sie ernährungsphysiologisch interessant. Gleichzeitig sollten das Allergierisiko und der Unterschied zwischen geeigneten Süßlupinen und alkaloidreichen Bitterlupinen berücksichtigt werden.


Fazit: Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte gehören zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten pflanzlichen Lebensmittelgruppen. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Kombination aus pflanzlichem Protein, Ballaststoffen, komplexen Kohlenhydraten sowie verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen.


Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Erbsen, Mungbohnen, Sojabohnen und Lupinen deutlich in ihren jeweiligen Schwerpunkten. Während Sojabohnen und Lupinen besonders proteinreich sind, liefern andere Hülsenfrüchte beispielsweise besonders viel Folat, Eisen, Magnesium oder resistente Stärke. Dunkle Bohnen bringen zusätzliche sekundäre Pflanzenstoffe mit, Erbsen kombinieren Nicht-Häm-Eisen mit Vitamin C und Mungbohnen lassen sich sowohl gekocht als auch gekeimt verwenden.


Eine einzelne „beste“ Hülsenfrucht gibt es deshalb nicht. Ernährungsphysiologisch sinnvoll ist vielmehr die Vielfalt. Wer verschiedene Hülsenfrüchte regelmäßig in den Speiseplan integriert, nutzt unterschiedliche Nährstoffprofile und kann gleichzeitig Protein-, Ballaststoff- und Mineralstoffzufuhr innerhalb einer pflanzenbasierten Ernährung deutlich verbessern.

Wichtig bleibt die richtige Zubereitung. Einweichen, gründliches Garen und eine abwechslungsreiche Kombination mit anderen pflanzlichen Lebensmitteln verbessern Verträglichkeit und Nährstoffverfügbarkeit. Besonders bei getrockneten Bohnen und Lupinen sollten die jeweiligen Zubereitungshinweise beachtet werden.


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